worfen wären, sei es nicht zu verwundern, daß sie unfähig seien. Wegender Schwierigkeit, daß der apostolische Vicar die Klöster besuche, gebees Aebtissinnen, die nicht benedicirt seien, sodaß Gehorsam und Eintrachtschwinde. In großer Zahl gebe es Ordensleute, die Profeß abgelegt,aber nicht gesinnt seien. Aus bloßer Unkenntniß werde das heiligsteSacrament an ungehörigen Orten aufbewahrt. Eine Anzahl abgefallenerMönche sei im Lande zu finden, die gern Buße thun und zurückkehrenmöchten, aber ihre Oberen wollten sie aus Mangel an Liebe nicht wiederanfnehmen und mit ihnen nichts mehr zu thun haben. Unter Assistenzeines protestantischen Bevollmächtigten des Landesherrn würden die Aebte,Aebtissinnen und Prioren gewählt und von diesem bestätigt. Der Königbeanspruche eben die bischöflichen Rechte. Offenbar sei die Gefahr desVerderbnisses der Ordensleute. Alle Klöster, eines ausgenommen, hieltenkeine Klausur. Die Insassen hätten Eigenthum, die welche mehr besäßen,hätten Anhang und Besuch im Kloster. Sowohl im Gottesdienst als inder Vermögensverwaltung der Klöster sei eine heillose Verwirrung ein-gerissen, beides sei in verschiedenen Händen.
Unter Nr. 13 sagt der apostolische Vicar: „Die Präbenden derKathedral- und Collegiatkirchen, welche der Westfälische Friede uns inguter Zahl gelassen hat, gehen nach und nach verloren, weil der Hof siean Protestanten gibt mit dem Befehl, sie an Katholiken zu verkaufen.Aber die protestantischen Besitzer fordern für die Verzichtleistung so exor-bitante Gegenleistungen, daß Niemand sie für solchen Preis zurückerwerbenwill. Dieser schreckliche Mißstand kommt daher, daß die Katholiken Nie-manden haben, der sie am Hofe beschützt und für sie beim eorpus oatbo-lieorura des Reiches Hülfe sucht, da doch ihre Gründe sich auf denWestfälischen Frieden stützen, überhaupt daß sie kein Oberhaupt haben,welches sich die Interessen der Religion angelegen sein läßt. Der Mangelau Priestern nimmt immer mehr zu, und das kommt daher, daß diearmen Mönche 10 bis 12 Meilen reisen müssen, um einen Bischof zufinden, der ihnen die Weihen ertheilt. Die Disciplin unter den Ordens-leuten nimmt ab und wird mit der Zeit gänzlich verschwinden, da derBerliner Hof nicht will, daß fremde Ordensoberen sich in die Sachenmischen, welche er die seinigen nennt."
Im Wesentlichen sind das dieselben Klagen, die bereits der ersteapostolische Vicar Maccioni erhoben hatte. Nun folgt, was er zur Ab-hülfe der Mißstände vorschlug. Gleich der erste Punkt ist der wichtigste:„Da der Berliner Hof entschlossen ist, es zu übersehen, daß der aposto-lische Vicar nach seinem Gefallen die Handlungen ausübt, gurw srrutorclinis, so möge die heilige Congregation es übersehen, daß der Prälatvom König die Auctorität annimmt, seine Hand daran zu legen, um so