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Agostino Steffani, Bischof von Spiga i. p. i., apostolischer Vicar von Norddeutschland : 1709 - 1728
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und dieser, Wohl instruirt, fand Ilgen härter als je, erklärte ihm aber,wenn er in seiner Hartherzigkeit beharre, so würde ich zurückkehren,woher ich gekommen, dann jedoch würde ich E. K. H. bitten, vondem Geheimrath Beumer Rechenschaft darüber zu fordern, was er anE. K. H. berichtet habe.

Das gab Ilgen etwas zum Nachdenken, er sagte meinem Kaplan,daß er mit von Printzen reden möge, da er mit dem einverstanden sei,was dieser ihm sagen werde. Er fand Printzen bei derselben Forderungwie früher. Mein Kaplan sagte ihm, daß es nicht zum Ziele führe,von mir zu verlangen, daß ich sage, was ich thun wolle, und da ichdies nicht berühren möge, weil ich einen solchen Schritt nicht thun könne.Dagegen könnten sie, ohne etwas auf's Spiel zu setzen, mir sagen, z. B.:Wir sind zufrieden, thun Sie dies, aber wir wollen nicht, daß Sie jenesandere thun. Denn in diesem Falle habe ich keine Rechenschaft zugeben über dasjenige, was zu thun mir nicht möglich ist.

Auf diesen Vorschlag antwortete Printz, daß die Angelegenheit imvollen Rathscollegium Vorgelegen habe, daß der König entschlossen sei,darüber hinwegzusehen, daß ich in seinem Lande rein geistliche Amts-handlungen (quas sunt orckints) verrichte, aber daß er obrigkeitlicheHandlungen (gnuo sunt jnrlscktotionls) nicht dulden werde.

Mit dieser Entscheidung bin ich von Berlin abgereist und habe imLande die bischöflichen Acte verrichtet, von denen die beiliegende Abschriftdes Berichtes spricht, den ich nach Rom gesandt habe."

In einem zweiten Berichte von demselben Datum fährt der Bischoffort zu erzählen, was er am Berliner Hofe noch besonders erfahren hatte,und sagt dem Kurfürsten:

Ich habe geglaubt, von meinem langen Berichte das Wichtigerezu sondern, um es bequemer der Erwägung E. K. H. zu unterbreiten.Ganz kurz vor meiner Abreise kam Printz, um mich zu besuchen undsagte mir offen heraus, daß er mir in der That zu deutlich die Absichtdes Königs offenbart habe, aber daß er kein Bedenken getragen habe,ein wenig über die Grenzen der Pflichten seines Amtes hinauszngeheneinem Freunde gegenüber, der seine Offenheit nicht mißbrauchen werde.Er fügte hinzu, daß die ganze Sache glücklich ablaufen werde, wennich zwei Dinge thun könnte, wenn ich nämlich eine Copie meiner Ernen-nungsurkunde im Vertrauen ihm übergebe, damit er den Könige sehenlassen könne, daß sie nichts enthalte, was seiner Souverainetät entgegenwäre; dann möge ich bewirken, daß der Römische Hof ein wenig mehrmit Vorsicht in der Kölner Angelegenheit vorgehe, in welcher der Königso stark verletzt sei. Und drittens möge ich mich bemühen, daß diePfälzer und Niederrheinischcn Angelegenheiten in's Reine gebracht würden,