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zu sein, weil alles verdorben würde, wenn der Kronprinz nur eineAhnung davon bekäme, daß man an eine Konversion des Königs denke.Ueber die Reunion zu reden, sei genug, „denn wenn von einer Reuniondie Rede ist, und die Minister beim Könige damit Anklang finden, unddieser eine solche seinen Interessen nützlich findet, so kann von einer Kon-version leichter geredet werden, zumal sie leichter ist als eine Reunion,während die Vortheile der letztern auch bei der erstern dem Königebleiben" ^).
Am 21. September 1711 erschien der Bischof endlich selbst amBerliner Hofe, wo er vier Jahre vorher als pfälzischer Gesandte bereitseinmal gewesen war. Er traf den König nicht sofort, was ihm unange-nehm war, weil er in außerordentlicher Weise von den Calvinern beob-achtet wurde. „Ich thue," schrieb er an Johann Wilhelm, „als wenn iches nicht merkte, und gehe meine Wege. Der größere Krieg wird mirvon dem berühmten Prediger Hagenbach gemacht werden, der den Ministervon Printz so vollkommen beherrscht, daß er ihn ganz besitzt. Der liebeGott muß natürlich mächtiger sein."
Es war eine große Enttäuschung, die er bald erfuhr. Er glaubtenur die Art seiner Thätigkeit mit den Ministern vereinbaren zu brauchen.Aber er mußte die Sache von vorn beginnen. Als sogleich nach seinerAnkunft die Katholiken Berlins bei ihm erschienen, um ihn zu veranlassen,das Sacrament der Firmung ihnen zu spenden, und er dem Ministervon Printz sagen ließ, daß er dieser Bitte Nachkommen wolle, wurde ihmgeantwortet, daß das nicht geschehen dürfe ohne Wissen und Willen desKönigs. Er machte noch einen Versuch durch einen Brief an den genanntenMinister und den von Blaspiel. „Die Antwort war," erzählt der Bischof,„daß, da dies eine Episkopalhandlung sei, die Sache den Rechten desKönigs widerstreite, da er selbst Bischof und Papst in seinemLande sei. Soweit es an ihnen liege, seien sie nicht dagegen. Dadie Verhandlungen der Räthe von Witgenstein und Beniner voraussetzen,daß die Sache wohl hundert Mal in vollem Rath vorgelegt ist, undda die letzten Briefe Beumer's deutlich sagen, daß ich in meinen Vica-riatsfunctionen unbehindert bleiben soll, so können E. K. H. urtheilen,daß ich über die Antwort der Berliner Minister starr wurde. Jndeßwar Geduld nothwendig. . . . Endlich kam der König nach Landsberg, undBlaspiel nach Berlin. Ich sprach mit ihm und fand ihn in bester Ge-sinnung, aber es schien mir, als wenn er seiner Sache nicht ganz sicherwäre, er meinte, ich solle nicht sofort mit dem König über die Sache
') Brief vom 4. Mai a. a. O.