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Agostino Steffani, Bischof von Spiga i. p. i., apostolischer Vicar von Norddeutschland : 1709 - 1728
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als Gesandter nach Berlin, mit ihm sandte der Kurfürst einen jungenBenedictiner-Pater, Karl Joseph Lehner, als dessen Secretair. Der Bischofhielt ihn zwar für nicht tauglich genug gegenüber einer so schwierigenAufgabe, aber er hatte keinen andern Pater zum Ersätze bereit. DieVerhältnisse wurden noch schwieriger, weil durch die plötzliche vom Königbefohlene Entlassung der Frau von Reden sein Verhältniß zur Königinnoch gespannter geworden war. Trotzdem machte der Bischof neueAnstrengungen. Aber von Rom sandte ihm der Correspondent des Kur-fürsten den ausdrücklichen Befehl des Papstes, von dieseräußerst delicaten Sache ab zu stehen (cki kar xassars 1a ckslloatls-sima inatsria). Gleichwohl machte er dem Kurfürsten Muth; die Sachesei Gottes Sache, er werde helfen. Und von neuem drängte er in Romauf irgend eine Genngthuung für den König.

Hinwiederum drängte ihn der Kurfürst, die Sache selbst in Berlinin die Hand zu nehmen. Wenn der König in den Schooß unserer hei-ligen Mutterkirche zurückkehre, solle er ihm sagen, so würde ihm vonRom nicht nur der Name eines Königs zu Theil, sondern er würde sichauch der Vorzüge des Königs von Frankreich und Spanien, die Bischöfezu ernennen, der Sendung eines Nuntius u. a. m., zu erfreuen haben.

Die Verleumdungen, welche in Berlin gegen den Bischof ausgestreutwaren, hatten besonders beim Kronprinzen geneigtes Ohr gefunden. DerGesandte mußte ihnen entgegenarbeiten. Der Kronprinz, schrieb er am4. Februar 1711 an Johann Wilhelm, werde jeden seiner Schritte inBerlin beobachten lassen, alle seine Vorsicht werde nutzlos sein. Unterden jetzigen Verhältnissen könne er am Hofe nichts ausrichten, zuerstmüsse des Kronprinzen Verdacht gegen ihn sich legen, derselbe sei so wieso der größte Katholikenhasser.

Von Rom erhielt der Bischof wenigstens etwas. Der Kurfürstmeinte ^), er könne damit schon nach Berlin reisen.Möge Gott geben,daß sich der König in solcher Gesinnung befindet, daß die Gedanken undAnerbietungen des Papstes von ihm gewürdigt werden." Worin siebestanden, ersehe ich leider nicht aus den Acten, jedoch dürften sie überallgemeine Versicherungen seiner Güte nicht hinausgegangen sein. DerBischof schrieb dem Kurfürsten darüber zurück^), es hänge ab von derGnade Gottes, ob der König die Worte des Papstes gut aufnehme,und von der Lebendigkeit der Reunionsgedanken des Ministers von Printz.Der Kurfürst möge über all' das mit dem Minister von Blaspiel gerade-aus reden, wenn derselbe nach Düsseldorf komme, sowie man zur ZeitJnnocenz' XI. darüber verhandelt habe. Indessen scheine es gefährlich

') Brief vom 17. April 1711. ?) Den 24. April.