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Agostino Steffani, Bischof von Spiga i. p. i., apostolischer Vicar von Norddeutschland : 1709 - 1728
Entstehung
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Von all' dem handelte ein Brief des Kölner Nuntius an denheiligen Vater, der denselben voll Freude und Lob über den Bischof demConte Fede zeigte und in der Congregation der Propaganda verlesenließ.Was werden," schrieb ihm der genannte Agent,diejenigen sagen,so fügte Se. Heiligkeit hinzu, die da behaupten, der Bischof von Spiga seieine Creatur des Conte Fede? Ich habe erwidert, daß der Bischof dietreueste Creatur Sr. Heiligkeit sei, und allzeit der großen Ehre eines sohohen Curators sich würdig erweisen werde, und daß er zur BeschämungAller, die ihm übel gesinnt sind, sich stets der gnädigen Güte würdigerweisen werde, mit welcher Se. Heiligkeit ihn zu ehren sich gewürdigthätte. Dieselbe hat sich über diese meine Antwort gefreut und von neuemmir gesagt, daß er am nächsten Festtage des seraphischen Patriarchen,des hl. Franciscus, sein h. Opfer mit dem noch vieler Anderer in derAbsicht darbringen werde, um für Ew. Excellenz Reise alles Glück vomAllerhöchsten inständig zu erflehen, damit er Ihre Arbeiten segne, undsie die Frucht bringen, welche man erwarte." Gleich am 5. Octoberberichtete der Conte Fede, daß der Papst das Hochamt am Tage deshl. Franciscus zu dem erwähnten Zwecke celebrirt habe.

So viele Segenswünsche, so viele Hoffnungen hatten noch keinenapostolischen Bicar Norddeutschlands begleitet. Es mangelte nicht an demWeitern. Zwei Secretäre, ein italienischer und deutscher Priester, genü-gende Dienerschaft begleiteten ihn. Karossen und Gepäckwagen besaß erselbst. Oft redete er von seiner Familie, seiner ständigen Dienerschaft.In Hannover waren die hohen Herren vom Hofe, die Minister und Ge-sandten gern bei ihm zu Tisch. Sie lobten seine feine Küche, die neuenund ausgesuchten Speisen, den gastfreien, immer liebenswürdigen Wirth.Ueber Tisch würden in Deutschland, schrieb er ein Mal, die meisten wich-tigen Geschäfte abgewickelt. An Geldmitteln durfte es ihm auch deshalbnicht fehlen.

Im Sommer und Herbst 1709 war er in Düsseldorf und auf demLandsitze des Kurfürsten in Herten, Ende October in Ahaus beim Bischofvon Münster und auf der Reise in sein Vicariat. Durch Conte Fedeließ ihm der Papst nochmals Glückwünsche senden zu seinerapostolischenReise". Anfangs November langte er in Hannover an. Hier wollteer residiren, von hier aus sein Vicariat regieren, das ja unter Maccioniden Namen Vicariat von Hannover gehabt hatte. FreundschaftlicheBriefe der alten Herzogin Sophia waren ihm entgegengekommen. DerHof, der Kurfürst und seine Kinder, die Minister und hohen Hofbeamten:alles war ihm befreundet. Er fühlte sich hier heimisch. Und er fand auchin Hannover Arbeit genug.