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Die Lebensbeschreibung der Bischöfe Bernward und Godehard von Hildesheim
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Godehard's Leben.

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Singen oder Schreiben sich beschäftigen konnte, bis sie in derStunde der Erquickung bei dem Bischöfe, wenn er zu Tische ging, ' s

zusammenkamen. Nichts war ihm lieber, als reichlich Almosen zugeben, denn er erquickte Tag für Tag vor seiner eigenen Mahl- ' s!

zeit eine zahllose Menge von Armen aus öffentlichen Mitteln. - s

Die Schwächeren nahm er sogar mit ins Haus und stärkte sie s !

dort sorglich mit kräftigeren Speisen. Allen, die er in der Stadtoder Vorstadt krank wußte, ließ er nicht allein stärkende Nahrungs- j

mittel, sondern auch jede andere Fürsorge gütig zukommen. s

39. Seine gewohnte Enthaltsamkeit können wir unmöglich s

hinreichend bewundern; denn ich glaube auch unter den bewährtestenMännern ist Keiner, der sie nachahmen könnte, und hätte ich sie n

nicht oft mit eigenen Augen mit Bewunderung und Staunen an-gesehen, so ist Gott mein Zeuge, daß weder Worte noch Schriftensie mir glaublich machten. Denn wenn er mit den Seinigen beiTische saß und nun ein recht schmackhafter, wohlbereiteter Fischaufgetragen wurde, so nahm er ihn mit froher Miene, als habe , i

er große Lust zum Essen, in Empfang, zerschnitt ihn und ver- ' !

theilte ihn ganz den Umhersitzenden, die es am Meisten verdienten. ' ^ ^

Er selbst begnügte sich gewöhnlich mit Brod und häufig mit .!

Pflanzenkost und Gemüsen. Und während die klebrigen täglich I

an Wein und Meth sich erfreuten, löschte er seinen Durst nur -

mit Wasser, falls er nicht etwa durch die Anwesenheit von Gästen ^ ^

gezwungen wurde, oder von unfern Ersten bei dem Namen Christi ^

beschworen, gehorchen mußte. An Sonn- und anderen Festtagen si

jedoch machte er eine Ausnahme und nahm Fische, Wein, Bier t>

und auch Honig, aber immer kärglich und nie bis zur Sättigung.

Alle Fasten an den vier Zeiten und alle Vigilien der Heiligenbeobachtete er häufig durch zwei- oder dreitägige Fasten und Nacht- s

wachen. Die vierzigtägige Fastenzeit hindurch von ihrem Anfänge Z,

bis Ostern fastete er, seitdem er Bischof geworden war, bei Wasser s

und Brod, machte dann auch an Sonn- und Festtagen keine ^

Ausnahme, wenn er es nicht, wie gesagt, wegen einer unabweis- Is

lichen Aufforderung gegen seinen Willen thun mußte. Und dies

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