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Die Lebensbeschreibung der Bischöfe Bernward und Godehard von Hildesheim
Entstehung
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Die ältere Lebensbeschreibung

Vorrede. Seinem Herrn und Lehrer, dem beredten Al-buin*, der mit allen sieben Gaben des heiligen Geistes reichlichausgestattet und von dem Glanze edelster Tugenden vielfach um-strahlt sst, bringt Wolfher, ein demüthiger Levit, seinen ergebensten -Gruß im Herrn aller Dinge.

Nach dem Beschluß der göttlichen Unveränderlichkeit, welcheselbst unbeweglich alles bewegt, ist von Ewigkeit her allen Ge-schöpfen, die nach Gottes Willen hervorgebracht wurden, gemäß ihrerursprünglichen Beschaffenheit in verschiedenem Grade die Fähig-keit zugewandt, sich zu erkennen und zu bewegen. So trennt undverbindet sich wechselweise die gleichartige Materie nach der ihrinnewohnenden Nothwendigkeit in wunderbarer Vermischung. Sowird die ursprüngliche Vierzahl der Elemente durch unauflöslicheBande zusammengehalten, das Wasser mit der Erde durch Kälte,die Erde mit dem Feuer durch Trockenheit, das Feuer mit derLuft durch Hitze, die Luft mit dem Wasser durch Feuchtigkeit ohneirgend einen Widerstand verbunden. Auch dem vielfach ver-schiedenen Geschlechte der unvernünftigen Thiere ist nach derselbenAnordnung eine verhältnißmäßige Fähigkeit der Empfindung bei-

I) Die Hildesheimer Annalen zum Jahre I0Z4 rühmen ihn als den ausgezeichnetstenLehrer; er wurde Probst in Hersfeld, und am ersten Januar I0SS von Konrad II. zumAbte von Nienburg an der Saale eingesetzt.