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Die Lebensbeschreibung der Bischöfe Bernward und Godehard von Hildesheim
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Godeharb'S Leben.

gossen wurden. Unglaublich ist auch der Eifer, den er auf Meß-bücher und andere Bücher und jede Art des Kirchenschmuckes ver-wandte. Würde nur alles gehörig bewahrt, so würde, wenn auchdie Zunge des Fleisches schwiege, der Nutzen zahlreicher Gerätheewig zu uns reden. Auch die Erziehung der Geistlichkeit, dasLesen, Diktiren, Singen,. Schreiben und Malen ließ er sich eifrigstangelegen sein, was auch zu jener Zeit in löblicher Weise ersicht-lich wurde.

38. In Nachtwachen, Gebeten und Fasten war er so un-ermüdlich, daß ihm daraus eine Verachtung jeglichen irdischenVergnügens erwuchs, und obgleich er dies aus Scheu vor allemprahlerischen Wesen zu verheimlichen suchte, so mußte es doch uns,die wir ihm wenn nur mit gebührender und schuldiger Pflicht-treue! beständig zur Seite waren, wegen seines unablässigen,übermäßigen Eifers leicht in die Augen fallen. Denn nachdem erdie Komplet gehörig beendigt hatte, legte er sich nieder und ruhtebis Mitternacht; dann stand er auf und brachte den übrigen Theilder Nacht unter Psalmen und Gebeten schlaflos zu, bis man zurgemeinschaftlichen Mette sich erhob. Waren aber in der Stunde,in welcher der Gesang beginnen sollte, die Kleriker durch einZeichen zusammenberufen, und die Mette nebst dem Gebet fürdie Verstorbenen beendet, so blieb er, falls die Nacht noch nichtganz vorüber war, bis zur ersten Stunde im gewohnten Ge-bete. Darauf hörte er die Messe oder sang sie häufig selbst undging, wenn nicht etwa durch ein unvorhergesehenes Hinderniß ab-gehalten, zu den Arbeitern hinaus, deren er eine unzählbareMenge täglich mit Ausnahme der Festtage durch verschiedene nütz-liche Werke beschäftigte. Häufig setzte er sich, damit Alles rechtgut gelänge, zu ihnen hin, prüfte fleißig die Leistungen der Einzel-nen und ließ sich dabei von einem Geistlichen die Psalmen vor-lesen, wenn nicht Jemand hinzukam, dem er in Folge seiner viel-fachen Amtsgeschäfte Bescheid geben mußte. Auch den Klerikernin seiner Umgebung versorgte er, wo er auch sein mochte, einengeeigneten Ort, wo Jeder derselben nach seiner Neigung mit Lesen,