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Die Lebensbeschreibung der Bischöfe Bernward und Godehard von Hildesheim
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Godehard's Leben.

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liche Geist seines Sohnes, so weit das zarte Alter nur gestattete,mit wunderbarem Eifer zu allem Edlen emporstrebte, beschloß erihn dem göttlichen Dienste ausschließlich zu befehlen und vertrautezu Gottes Güte, es würde die schon jetzt zu gewahrende Tugendin Zukunft noch glänzender sich bewähren.

2. Es war aber in demselben Kloster Altaich ein PriesterUdalgisus, ausgezeichnet durch streng-kirchlichen Lebenswandel unddurch seinen Eifer für die Schule in der ganzen Gegend hoch-gerühmt. Seiner Leitung wurde der Knabe vom Vater übergeben,um in die Wissenschaften eingeführt zu werden. Der Lehrer warentzückt über seine trefflichen Anlagen und mit frommer geistlicher Liebeihm ergeben. Schon als er ihm zuerst durch die süße Milch derPsalmen einen Vorgeschmack der göttlichen Lehre geben wollte,fand er den Knaben, den der Geist Gottes unterwies, in jederBeziehung weit empfänglicher als seine Altersgenossen. Hoch-erfreut durch die außerordentliche Beflissenheit seines jungen Zu-hörers, ermüdete er nicht, ihm immer höhere Aufgaben zu stellen,um die Gaben Gottes, die er in ihm wahrgenommen hatte, weiterauszubilden. Der Knabe aber, der Wohl erkannte, daß sein Lehrerihm größere Sorgfalt widme als den übrigen, gab nach göttlicherEingebung sein zartes Gemüth ganz dessen Leitung anheim, undobgleich er noch nicht die geringste Kenntniß der evangelischen oder-klösterlichen Vorschriften hatte, bezeigte er sich ihnen doch in Allem,was sie anbefehlen, mit löblicher Festigkeit vollkommen gehorsam.

3. Es waren dort unter der Leitung desselben Lehrers nochviele andere Knaben, durch Geburt und Reichthümer nach Ansichtder Welt hochgeehrt. Einer von ihnen war Dietrich, den wirnachher als Bischof von Minden' sahen; auch noch Andere, dieich nicht einzeln hier auszählen will, wurden später, wie man nochheute hören kann, durch bischöfliche und andere Würden aus-gezeichnet. Aber Alle, welche dort zu jener Zeit verweilten, über-traf Jener, weil die göttliche Gnade ihn durchdrungen hatte, durch

1) 10VS-IV22.

Geschichlschr. d. deutsch. Borz. XI. Jahrh. s. u. s. Bd.

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