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Godehard's Leben.
1. Immer sind die Fügungen der göttlichen Allmacht preisendzu bewundern und mit Bewunderung zu preisen, daß sie ihrenDienern von Anfang an nachahmungswürdige Vorbilder vorAugen stellte. Damit keine Zeit und kein Augenblick der himm-lischen Lehre entbehren möge, so hat die heilige Kirche nach denTagen der Apostel des Schutzes der Bekenner Christi sich erfreut,ist ihrer Lehre treu gefolgt und so bis heute durch Gottes Gnadegeschützt und in Sicherheit geblieben. Durch die Fügung derselbengöttlichen Macht wurde, wie der aufmerksame Leser aus demFolgenden leicht erkennen wird, in Baiern bei dem Kloster desheiligen Mauritius, welches an den Ufern der Donau gelegen undAltaich" genannt ist, ein Knabe von ausgezeichneten Anlagen,Namens Godehardfrommen Eltern geboren, die er aber anFrömmigkeit noch bei weitem übertreffen sollte. Sein Vater Rai-mund gehörte zu den Dienstleuten jenes Klosters. Er hatte sichbei den Vornehmsten jener Gegend durch Treue und Dienstbeflissen-heit solches Vertrauen erworben, daß er von ihnen wegen derFeinheit und Freimüthigkeit seines Benehmens Manchen, diemit ihrem leeren Adel sich brüsteten, heimlich und öffentlich vor-gezogen wurde. Ist doch Niemand von Adel, den nicht die Tugendgeadelt hat. Besonders war er aber bei dem Erzbischöfe Friedrichvon Salzburgs so beliebt, daß derselbe ihn, obgleich einen Laien,zum Probst des vorgenannten Klosters einsetzte. Dasselbe war ihmnämlich von dem Herzoge Heinrich, dem Vater Kaiser Heinrichsfrommen Andenkens, geschenkt worden, welcher jene Provinz wieein König beherrschte. Als der Vater nun sah, daß der jugend-
I) Das Kloster Nieder-Mtaich auf dem liulen Donauufer zwischen Passau undStraubing gelegen, wurde wie Wolfher in dem spätcrn Leben 2. erzählt, 741 vondem h. Pirmin und dem Herzoge Odilo von Baiern gestiftet, und durch die Gunst derspätem Herzoge und der Karolingischen Herrscher das angesehenste Kloster BaieruS,In Folge der Kriege Ludwigs des Frommen und seiner Nachfolget unter einander, inFolge der Schwäche der spätern Karolinger und der Einfälle der Ungarn wurde dasKlostergut verschleudert, die Zucht erschlaffte und in den vierziger Jahren des zehntenJahrhunderts wurde das Kloster in ein Collegiatsstift verwandelt. —2) Im Jahre 960,denn Wolfher (vgl. das jüngere Leben v. 5.) hörte ihn oft erzählen, er habe bei Ab-legung der Mönchsgelisbde (2l. Dezember 99») im 31. Jahre seines Alters gestanden.—S) 9LS—991. Vergl. Dümmler Piligrim von Passau. S. 146.