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Die Lebensbeschreibung der Bischöfe Bernward und Godehard von Hildesheim
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Godehard's Leben.

die unschätzbare Gabe der Enthaltsamkeit. Denn alle Neigung,welche die Uebrigen nach Knabenart Pferden, Reitzeug und über-flüssigem Kleiderprunk zuwandten, wollte er unausgesetzt lesend,singend oder schreibend dem göttlichen Dienste widmen; und dochhätte auch er jene Vergnügungen, wenn er der Unterstützung seinerEltern und Verwandten sich hätte bedienen wollen, ebenso leichtsich verschaffen können. Aber es war sein eigener Wille, der ihnvon diesen abwandte und allein nach den himmlischen Dingen sichsehnen ließ. Denn, wie es vom frommen Gregorius heißt',suchte er die Mängel seiner zarten Jahre durch die Reife seinerSitten zu überwinden, und trug aus innerstem Herzeusdrang Tagfür Tag sein Kreuz. Selbst arm, folgte er dem armen Christusauf dem Fuße nach, gesellte dem Verein der Christgläubigen, sogut er konnte, sich Lei, und freute sich nie mehr, als wenn er demgöttlichen Willen in irgend einer Beziehung Nachkommen konnte.

4. Obgleich er aber von heftigem Eifer für jegliche Voll-kommenheit erglühte, liebte er doch ganz besonders das Leben unddie Thaten der heiligen Väter, so daß er häufig ohne körperlicheErquickung lange Tage mit fortgesetztem Lesen zubrachte. Nungeschah es, daß er an einem Tage mit den Uebrigen das Lebendes heiligen Martinus? las und von den Wundern vieler Einsiedlerund anderer Auserwählten Christi, die dort vielfach und löblich ;erwähnt werden, Kenntnis; erhielt; wie sie Vaterland, Eltern undReichthümer verlassen und königliche Vergnügungen, die vielen zuGebote standen, verachtet hatten, um für den Namen Christi undin Hoffnung künftigen Lohnes Einsiedler zu werden. Er begannnun das Gelesene häufig zu wiederholen und bei sich zu erwägenund sein ganzes Gemüth von Tag zu Tage eifriger mit diesenGedanken zu beschäftigen, bis er endlich den Entschluß faßte, allerSorge um Verwandtschaft und Vaterland sich zu entschlagen und,

1) In dem Leben Gregorius des Großen von dem Diakonen Paulus o. II. (Migne,Patrologie Bd. 75. p. 42 ). 2) Es ist das Leben des h. Martinus von Sulpicius Se-verus (Sallanäi Lidliottisea vetsrum VIII. x. 592) gemeint, das auch Wolfher genaukannte und mehrfach benutzt hat. Vgl. o. 2 .