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Godehard's Leben.
bracht und Eurer Aufmerksamkeit würdig scheinen könnte. Weilich aber dafür mich schon häufig unfähig bekannte und bekenne,so flehe ich Eure Herrlichkeit in aller Demuth, daß Ihr für meinevielfachen Abschweifungen mir ^»verdientermaßen Verzeihung er-theilen und zu Gunsten dieser ungewohnten Ausbeute meiner ge-ringen Fähigkeiten Euren Geist von den erhabenen, hochtönendenSchlußfolgerungen derjenigen ein wenig abwenden wollet, welchedreimal und viermal glücklich Euch mit verschiedenen Fragen tag-täglich anzugehen nicht unterlassen. Ich bitte ferner, daß Ihrdas Ueberflüssige beseitigen, die Lücken ausfüllen, die Jrrthümerberichtigen, und das, was passend gesagt ist, gegen die Herabsetzungder Schmähredner durch das Siegel Eurer Empfehlung, denPrüfstein der Gelehrten, großmüthig in Schutz nehmen wollet.
Leser, wofern es dich freut, ein verständiges Wort zuvernehmen,
Wenn du verstehst, das Erhabne zu würdigen, wie sichgebühret,
Wende niit achtsamem Sinn dich hieher und mit ganzemGemüthe
Preis' und bewundere Gott, der wunderbar wirket aufErden.
Nicht mit prunkendem Wort sind hier des verderblichen,alten
Irrthums Fabeln gereiht, unselige, Jammer erfüllte;
Nicht auch erzählen wir hier von dem Mahle des grausenSatnrnus,
Von dem verschlungenen Stein der Cureten' und freveln-dem Diebstahl,
Nicht von Europa's Lieb' und dem grausamen Vater Agenor;
Cadmus lassen wir auch und Hermione? gänzlich bei Seite,
1) Bekanntlich unterschoben die Cnreten oder Coribanten dem Saturn einen Stein,den er statt des Jupiter verschlang. — 2) Statt Lrrnionam ist Wohl ÜLimonjÄrn zulesen oder wenigstens zu denken; denn bekanntlich trug die Frau des Cadmus diesenletztem Namen.