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Die Lebensbeschreibung der Bischöfe Bernward und Godehard von Hildesheim
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Godehard'S Leben.

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haben. Denn es steht geschrieben': Wer mit seinem Werk hervor-tritt und Ruhm erwirbt, der vermindert die geheime Freude desBewußtseins, sich selbst gerecht zu werden.

Wo aber ans der ganzen Welt hätte ich Jemanden findenkönnen, den ich einem so gebildeten Sprachkenner als Euch vor-gezogen hätte. Euch, den preiswürdige Klugheit mit hinreichendemScharfsinn ausgestattet hat, um das Gute vom Schlechten zuunterscheiden, den strenge aber billige Gerechtigkeit in löblicherWeise beseelt, den weise Gemessenheit alles Ueberflüssige beseitigenläßt, den wohlbewährte Herzhaftigkeit gegen die Versuchung welt-licher Lockungen schirmt und bewaffnet, den der Besitz allerTugenden in göttlichen und menschlichen Dingen mit dem reichlichstenGewinn überhäuft? Ich habe schon oft bemerkt, daß ich vonAnfang an mich diesem Werke nicht gewachsen glaubte; aber durchden Wunsch meines vorgenannten Herrn geleitet, oder durch seinenZwang, wie ich fürchte, verleitet, schrieb ich es mit geheimemZagen nieder und beschloß vor allem, dasselbe Eurer gewichtvollenPrüfung, ehe es veröffentlicht würde, zu unterbreiten. Zunächstsah ich voraus, es würde der Stoff an sich, wenn er nur schick-lich zusammengestellt wäre, Euch und Eures Gleichen durch denSchmuck der ihm innewohnenden Anmuth leicht gefallen; dann er-schien es mir auch durchaus geziemend, dasjenige, was über denvollkommensten Mann geschrieben wurde, immer dem Urtheil desWeisesten zur Billigung vorzulegen. Denn eine Sache erscheinterst dann in ihrem wahren Werthe, wenn sie dem Urtheile einesklugen Mannes unterliegt. Würde ich nicht durch die vernünftigenGründe dieser meiner Schntzrede ermuthigt, so hätte ich wohlvon diesem Unternehmen abgestanden. Denn wenn ich auch beiEuch für einen Jrrthum leicht Verzeihung finde, so muß ich dochgerade wegen dieser Leichtigkeit vor falscher Sicherheit mich inAcht nehmen. Möchte ich doch Euren Blicken nichts vorlegen, dasnicht geistvoll ausgearbeitet, mit allem Eifer zur Vollendung ge-

1) Wo, konnte ich nicht auffinden. Auch ist der Sinn des folgenden Satzes mirnicht nnzweifeltzaft.