Godehard's Leben.
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Zeit fehlte „auf den Schreibtisch zu schlagen oder die Nägel zuzerkauen"'. Sollte aber Jemand mich der Falschheit beschuldigen,so ist Christus mein Zeuge, daß ich nicht aus Vorliebe oderSchmeichelei etwas Unwahres ersonnen, sondern in bescheidenenWorten nach Maßgabe meiner geringen Fähigkeiten, aber mitvoller Wahrheit dasjenige ausgezeichnet habe, was ich von be-jahrten, wahrheitsliebenden Männern, insbesondere von einemvortrefflichen Priester 2 hörte, der jenem von Kindheit an intreuer Dienstleistung ununterbrochen zur Seite stand. Abernicht ohne Grund fürchte ich wegen meiner Unkenntniß denFleischern unter das Messer zu gerathen, und da ich gegen daSZähnefletschen hinter meinem Rücken mich nicht zu drehen weiß 2,so sehe ich nicht, wie ich ihren Schmähungen und Spottredenanders, als nnter dem Schutze Eures Mantels werde entgehenkönnen. Denn wie man zn sagen pflegt: Wo tüchtige und eifrigeMänner sind, da fehlen auch niemals Neider und Nebenbuhler;und je weniger sie von der Sache verstehen, um desto wölfischerstürzen sie sich auf alles, dem sie einen Tadel anhängen können..Aber ich fürchte das weniger; denn ich schrieb, wenn auch nichtgrade geschickt, doch aus vollem Herzen, und wie schon bemerkt,nicht deshalb, weil ich einer so schweren Arbeit mich gewachsenglaubte, sondern in der Absicht, doch wenigstens den späterLebenden den nöthigen Stoff für ihre Darstellung an die Hand zngeben, wenn sie vom Feuer göttlicher Eingebung entzündet, die Thatendes frommen Mannes in geeigneterem Stile beschreiben möchten.Auch bin ich fest überzeugt, es sei besser, von jenen Böswilligender Unwissenheit geziehen, als bei Klügern wegen Ungehorsamsverdammt zu werden. Ich würde mich sehr wundern, daß einsolches Werk von so vielen strebsamen Männern, sowohl Mönchenals Geistlichen, so lange verschoben sei, die doch mit unsermHerrn, dem Vorbild aller derjenigen, die dem samischen Buch-
I) PerfiuS Satyren I. 10 s. — 2) In der Vorrede des späteren Werls wird er Ru-mold genannt. — S) Perfins I. L2.