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Die Lebensbeschreibung der Bischöfe Bernward und Godehard von Hildesheim
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Godehard's Leben.

und falls ich auch die uöthigen Kräfte hätte, so dürfe und möge ichdoch ohne Eure vorherige Zustimmung, die mir in solchen Dingendurchaus zur Seite stehen müsse, nichts unternehmen. Er aberbestand immer gebieterischer ans seiner Forderung, und befahl mirendlich, bei der Pflicht deS Gehorsams, seinem Willen, wie esrecht sei, nachzukommen. Häufig berief er sich auf jenen Vers:Wer der Gewalt widersteht, widersteht Gottes Ordnung >);"zudem lebe ich ja an einem Orte, wo ich ohne Mühe und Um-wege den Verlauf dieser Dinge von denjenigen erfahren könne,welche den Herrn Godehard von seiner Geburt bis zu seiner Erhe-bung zur bischöflichen Würde immer wie sich selbst gekannt hätten.Ich war bekümmert, was ich thun und wohin ich mich wendensolle. Mit einem Dinge stritten drei, nämlich mit dem schuldigenGehorsam der Mangel Eurer Zustimmung, das Bewußtsein meinerUnwissenheit und das Jugendliche meines Alters. Ich fürchtetegegen den Gehorsam zu verstoßen, der ja für verdienstlicher er-klärt wird als Opfer; ich fürchtete Eure Mildigkeit zu kränken,wenn ich etwas ohne Euer Wissen unternähme; ich fürchtete, wegenetwaiger Fehler meines Werkes getadelt und der Unwissenheitgeziehen zu werden; ich fürchtete mich auch wegen meines jugend-lichen Alters, welchem man in solchen Dingen, auch wenn es dieWahrheit spricht, nicht leicht Glauben schenkt. Den Glauben zufinden, wird schwer und erfordert reifere Jahre, und so war ich besorgt,von Schwergläubigen, trotz meiner ernstlichen Bemühungen, einerschülerhaften Schmeichelei beschuldigt zu werden, welche selbst leichtbeweglich, ihrem Eifer bald aus Furcht/bald auch aus Liebe garzu leicht nach verschiedenen Seiten hin die Zügel schießen läßt.

Endlich da der Rath und die Aufforderung meines Vor-gesetzten immer dringender wurden, siegte der Gehorsam, und in-dem ich mich versichert hielt, daß ich nichts Unerlaubtes mirherausnehme, und daß Eure unaussprechliche Milde mich beietwaigem Jrrthume mit einem leichten Tadel würde davon kommenlassen, übernahm ich diese übermäßige Aufgabe, obgleich mir die

I) Römer IS, 2.