Godehard's Leben.
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mehreren Leuten, welche mir voreilig einreden wollten, in einigesehr schwierige Verhältnisse Licht zn bringen, nicht bei; denn ichwar mir meiner eigenen geringen Fähigkeit bewußt, und hieltmich einem solchen Unternehmen nicht gewachsen. Insbesondereschien es mir durchaus nicht schicklich, daß ich, den Eure Für-sorge von Kindheit an gütig geleitet und noch gütiger in die ge-lehrte Bildung, so weit es mein zartes Alter verstattete, eingeführthat, irgend etwas in solchen Dingen ohne Euren Befehl unter-nähme. Daß ich aber jetzt, als ein noch ungeübter Schiffer undnicht unter der Flagge Eurer Belehrung, in das weite stürmischeMeer mich hinausgewagt, und diese für meine Jahre und meineKräfte so unverhältnißmäßige Arbeit unternommen habe, das istnicht aus Hochmuth oder Eitelkeit geschehen, sondern, wie Ihraus dem Folgenden genugsam abnehmen könnt, aus einem einzigenGrunde, dem zu widerstreben mir Frevel schien, nämlich ausGehorsam. Damit man mich aber jetzt nicht beschuldigen möge,ich wolle Eurer Heiligkeit, die so vielen Dingen die lebhaftesteAufmerksamkeit zuwenden muß-, durch endloses Plaudern beschwerlichfallen, so werfe ich alle lästigen Umschweife bei Seite und ver-suche kurz und bündig zu erzählen, weshalb ich diese Last aufmich genommen habe. Als ich mich nämlich zn Altaich aufhielt,behandelte mich Euer Freund, der verehruugswürdige Herr AbtRaimunds welcher durch die honigsüße Milch Eurer Lehre mitmir zugleich getränkt worden ist, wie seinen Milchbrnder, und lagmir oft in vertraulicher Weise an, ich möge das Leben und dieThaten unseres verehrungswürdigen Bischofes Godehard beschreibenund dem Gedächtniß der Nachwelt überliefern. Von diesen wurdenschon damals viele mit heilsamstem Erfolg verbreitet, vieles aber,was er in reiferen Jahren oder im Alter Lobenswürdiges voll-bracht hat, war noch unbekannt, weil er selbst es aus Bescheiden-heit verborgen lassen wollte. Ich führte dagegen demüthig alsEntschuldigung an, ich sei sowohl meinem Alter als meinerWissenschaft nach, der Last einer solchen Arbeit nicht gewachsen,
1) Abt von Altaich von 1026 — 48.