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Bernward's Leben.
Geistern unter der Führung des Erzengels Michael seliger Un-sterblichkeit sei theilhaftig geworden. So lange er lebte, opferteer sich Gott als Opfer der Gerechtigkeit, und so ruhet er nun,durch viele Zeichen wunderbar verherrlicht, in himmlischem Frieden.Sein Todestag ist der 20. November Auf dem bischöflichen Stuhlsaß er dreißig Jahre. Sein Hingang zu Gott machte uns zuvaterlosen Waisen, unsere Mutter, die heilige Hildesheimer Kirche,beinahe zur Wittwe. So war denn bald nach dem Hintritt einessolchen Vaters in der ganzen Stadt Bestürzung und Seufzen,und sowohl die Geistlichkeit als das Volk waren in tiefster Seelebetrübt. Ueberall erhob sich jämmerliche Wehklage, untröstlicherSchmerz aller Stände wurde laut, und wie den bei ihnen Weilen-den allgemeine Liebe umfaßt hatte, so mochte nun billig dem Ab-geschiedenen allgemeine Trauer folgen. Schmerzlich klagten dieArmen und die Wittwen und Waisen, sie hätten ihren Vaterverloren; einmüthig beweinten die Edlen wie das Volk, daß derVertheidiger des Vaterlandes, der Freund des Friedens, derweiseste Lenker des ganzen Staates ihnen entrissen sei. Dennauf wunderbare Weise war dieser Mann allen Alles geworden.Inmitten der Reichen und Armen, der Hohen und Niedrigen,ging er mit Ehrfurcht weckender Bescheidenheit einher, und überalldas rechte Maß findend, wußte er den Sanften leicht zugänglich,den Uebermüthigen Achtung gebietend zu erscheinen. So wurde,wie gesagt, der Todte gemeinsam betrauert und beklagt, wie derLebende allgemein war geliebt und geehrt worden. Aber daß wirnicht unvernünftig nach der Weise derjenigen uns betrüben, dieohne Hoffnung sind! Wenn wir trauern müssen, den Trösterauf Erden verloren zu haben, so wollen wir uns freuen, einenHelfer im Himmel zu besitzen, und so wollen wir dem Leichnamgebührende Thräuen weihen, aber auch unfern Glückwunsch demGeiste nicht versagen, der nun glückselig mit Gott der Herrschaftsich erfreut.
U UI22, vergl. Lüntzel a. a. O. S. 7 ».