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Die Lebensbeschreibung der Bischöfe Bernward und Godehard von Hildesheim
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Bernward's Leben.

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55. Noch bei seinen Lebzeiten hatte er vorgeschrieben, daßdie Bahre, auf welcher sein Körper zum Begräbnis; getragenwurde, nicht wie es bei dem Leichenbegängnisse eines Mannes vonsolchem Stande Sitte ist, mit einem Mantel sondern nur mitdem Bußkleide bedeckt würde. Dies wünschte ich deshalb hier zubemerken, damit allen Lesern klar würde, wie sehr jener Mann,den Gott auch mit zeitlichen Ehren erhöht hatte, sich selbst immerin Demuth erniedrigte, da der fromme Geist noch im Leben demtodten Körper so demüthige Bestattung vorher bestimmte. Alsdann die Leichenfeier nach kirchlichem Brauche würdig begangenwar, wurde der Leichnam des gottgeliebten Bischofs in derKripta des Klosters, das er selbst gestiftet hatte, vor dem Altäreder heiligen Maria mit größter Andacht von allen Christ-gläubigen bestattet. Sein Grabmal aber hatte er mit heiligerFrömmigkeit sich selbst im Voraus hergerichtet und mit gewohnterDemuth folgende Denkverse als Aufschrift gesetzt:

Bernward war ich voreinst, ein gebrechlicher Mensch. Esumschließet *

Jetzt mich der grausige Sarg, Asche nur bin ich undStaub.

Weh! Nicht war ich gewachsen der Pflicht des erhabenstenAmtes,

Aber der Seele sei Ruh, singet ihr Amen dazu.

56. Was ist süßer, als diese Sanftmut!) des frommenMannes, was lobenswürdiger als diese Erniedrigung? Denn jetiefer jemand mit dem Maße der Demuth sich herabdrückt, um soHeller glänzt er auf dem Leuchter der Kirche, und je unwürdigerjemand nach eigenem Urtheil der priesterlichen Ehre erscheinenwill, für desto würdiger wird er auf das Zeugniß preiswürdigenLebens von allen erachtet. Wer dann seine ganze Art zu leben,seine heiligen Bestrebungen von Kindheit au mit frommem Sinn

Geschichtschr. d. deutschen Borg. XI. Jahrh. 2. u. 3. Bd. 5