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Bernward's Leben.
dem innersten Verschluß der Philosophie hervorgeholten Fragenzu, und mit der größten Leichtigkeit kam sein wißbegieriger Geistmeinen Bemühungen entgegen. Denn fast keine, nicht einmal dieErholungsstunde, konnte ihn der Unthätigkeit beschuldigen, undobgleich sein Geist von lebhaftem Feuer für jede höhere Wissen-schaft entzündet war, verwandte er nichts desto weniger doch auchFleiß auf die leichtern Künste, welche wir die mechanischen nennen.Im Schreiben glänzte er besonders hervor, die Malerei übte ermit Feinheit, er war ausgezeichnet in der Kunst, Bietalle zu be-arbeite», edle Steine zu fassen und in jeglicher Herrichtnng, wiees auch später durch viele prächtig geschmückte Gebäude, die eraufführte, zu Tage kam. Aber er wußte auch alles dessen, wasans seine häuslichen Geschäfte und Familienangelegenheiten Bezughatte, mit Geschick und mit der größten Regsamkeit sich anznnehmen,als sei er von Jugend auf hierfür erzogen. Um solcher, Gottwohlgefälliger und von den Menschen hochgeschätzter Eigenschaftenwillen ward er dem Bischöfe, bei dem er lebte, und der ganzenGenossenschaft lverth und innig befreundet und besaß im vollstenMaße die Liebe und das Vertrauen seiner Verwandten. Dennsein Großvater, der Pfalzgras Athelbero, ein Mann, durch denPreis vieler Tugenden ausgezeichnet, der die Rechte seines Amtesmehr aus Pflicht, als ans Neigung übte, nahm diesen herrlichenJüngling, in dem schon die Keime trefflichster Männlichkeit zurBlüthe sich entfalteten, wie einen Sohn bei sich ans, obgleich erselbst mit Nachkommenschaft beiderlei Geschlechts aufs reichlichstegesegnet war. Und da er in ihm die heilsamste Zufluchtsstätteheilsamen Rathes fand, schenkte er ihm sein ganzes Vertrauen, sodaß er nicht das mindeste ohne seinen Beirath unternahm.
2. Der verehrungswürdige Erzbischof Willigis ertheilte ihmden Subdiakonat und weihete ihn auch zum Diakon, nachdem erin längerem Umgänge durch die Strenge seiner Sitten, so wiedurch die Rechtschaffenheit seines Lebenswandels von seinen Fort-schritten im religiösen Leben sich überzeugt hatte. Auch zur Ehredes Priesterthums erhöhte er ihn nach kurzer Zwischenzeit. Als