Vorrede.
XV
Gewänder abzulegen. Das konnte man auch an Wolfher'seigenem Rocke sehen, „der gar nicht mit seidenen Zierrathenausgeputzt, sondern ehrsam mit einfachem Leinenzeug ge-säumt war."
Wolfher verfolgte seine Studien in Altaich, dem eigent-lichen Mittelpunkt von Godehard's früherer Wirksamkeit. WieOrosius, sagt er, von Hieronymus zu Augustinus, so eilte ichin meiner Jugend von Hersfeld nach Altaich. Er fand dortdie freundlichste Aufnahme bei dem Abte Ratmund, einemfrüheren Mitschüler in Hersfeld, der seinem Oheime Gode-hard als Abt (1027—1048) gefolgt war. Bei Godehard'sTode finden wir ihn aber wieder in Hildesheim. Dort hater sein letztes Werk verfaßt, und wahrscheinlich als Priesteram Dom sein Leben beendet.
Schon in seiner Jugend fühlte er sich zum Schreibenangeregt. Zuerst ward er, wie es scheint, durch das LebenBernward's von Thangmar angezogen. Er fügte einzelne Er-weiterungen und eine Fortsetzung hinzu, welche die ersten Re-gicrungsjahre Godehard's beschrieb, aber so unvollkommenund ungeordnet, daß sie ihm unmöglich lange genügen konnte.Als er nun in Altaich lebte, wo Alles an Godehard erinnerte,wo man den Knaben hatte heranwachsen sehen, und der Thätig-keit des Mannes Alles verdankte, wurde er dringend ersucht,die Thaten des unvergeßlichen Abtes, seines jetzigen Bischofes,zu beschreiben. So entstand denn das merkwürdige, äußerstschätzbare Werk in vierzig Kapiteln, dessen Uebersetzuug hierzunächst versucht ward.
Die erste Ausgabe nach der einzigen, von Wolfher selbstherrührenden Handschrift, verdanken wir dem Herausgeber der