Vorrede.
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Ehrfurcht und Gehorsam geschwunden! Kaiser und Papstvermögen nicht einen Streit zwischen zwei Bischöfen zu be-endigen; ihre Entscheidungen, die strengsten Befehle, bleibenohne Wirkung; ihr Gesandter findet Trotz und Verachtung,und die Bischöfe, die sie zur Synode berufen, lassen sich ver-geblich erwarten.
Dieser Gandersheimer Streit ist nun der eigentliche Kernvon Thangmar's Werk, und vielleicht hat ihm ursprünglichmehr daran gelegen, eine Darstellung der für seine Kirche soäußerst wichtigen Streitsache in die Oeffentlichkeit zu bringen,als das Leben seines Bischofs zu beschreiben. Diese An-gelegenheit ist ihm so wichtig, er bezieht auch die Handlungendes Kaisers und des Papstes so ausschließlich auf sie, daß erzuweilen an die Erzählungen jenes Mönches Benedikt vomAndreaskloster am Berg Sorakte erinnert, der die Kaiser bloszu dem Zwecke über die Alpen kommen läßt, um seinem KlosterPrivilegien zu ertheilen. Wirklich hat in damaliger Zeit nebender Aufhebung Merseburgs durch Otto II. und der GründungBambergs durch Heinrich den Heiligen keine kirchliche An-gelegenheit die allgemeine Theilnahme so sehr in Anspruch ge-nommen, als dieser Streit, und noch jetzt darf ihn die deutscheGeschichte wegen der bedeutenden Männer, die darin ver-wickelt waren, nicht vergessen. Auch ist er von Thangmarnicht ungeschickt, nicht ohne Kenntniß des kirchlichen Rechteserzählt, und zu manchen Abschnitten in dem fast gleichzeitigengroßen Rechtsbuche des Bischofs Burkhard von Worms lieferndie Ereignisse den anschaulichsten Kommentar.
Was aber die Glaubwürdigkeit des Verfassers betrifft,so ist dieser Theil seines Werkes von den übrigen wohl zu