Vorrede.
VII
Papst Sylvester betraut, denen er in Spoleto die Sacheseines Herrn ans Herz legt. Erst kurz vor Otto's Tode, am11. Januar 1002, kehrte er über die Alpen nach Hildesheimzurück, wo er seine Tage mag beschlossen haben. Die Zeitseines Todes ist ungewiß. Seit dem Jahre 1027 wird häufigein anderer Dekan, Namens Tadilo, erwähnt; ja, schon unterden Zeugen, welche die Stiftungsurkünde des Michaelsklostersin Hildesheim am 1. November 1019 unterschrieben, findenwir einen Dekan Hildeward. Hieraus auf Thangmar's Tod zuschließen, wäre jedoch unstatthaft. Denn dieselbe Urkundeunterschreiben auch zwei Priester dieses Namens, und Einervon diesen mag unser Schriftsteller sein, der vielleicht inhöherem Alter auf seine Würde verzichtete. Auch wann erdies Buch verfaßt habe, läßt sich genau nicht feststellen. DerAnfang ist, nach Angabe der Vorrede, noch bei Bernward'sLebzeiten, das zweiundzwanzigste Kapitel scheint vor dem TodeHeinrich's des Heiligen, ja noch vor der Kaiserkrönung (14. Fe-bruar 1014) geschrieben. Aber zwischen Abfassung der einzelnenTheile sind offenbar lange Zeiträume verstrichen, wie auchdie ganz verschiedene Schreibweise vermuthen läßt; man möchteglauben, es sei ihm zuletzt die Geduld ausgegangen. Währender anfangs ausführlich in behaglicher Breite erzählt, gernEpisoden einflicht und so bis zum Ende des GandcrsheimerStreites gelangt, schreibt er von da ab kurz, trocken, fastwie die gleichzeitigen Annalisten, lieber Bernward's letzteLebensjahre giebt er kaum die dürftigsten Nachrichten; nur dieErzählung des Todes ist wieder von einem Hauche erwärmen-der Theilnahme durchweht. Im Ganzen ist seine Darstellungleidlich genug. Er zeigt nicht gerade ein eigenthümliches,