4?6 L. 5. Von -ein Wesen der Seele
die subtile Materie in den Nerven sich durchdie Würckung der äußerlichen Cörper in dieGliedmassen der Sinnen auf eine gewisseArt im Gehirne bewegen würde, so ofte aucheine gewisse Empfindung in der Seele ent-stehen solle, und hinwiederum, sooftedieSeele würde verlangen, daß gewisse Glied-Massen des Leibes sich bewegen solten, so ofteauch die Bewegung erfolgen solte. Dieservon GOtt einmahl festgesetzte Wille scy sskräftig, daß dadurch in den sich ereignendenFällen sowohl die Empfindungen in derSeele, als die Bewegungen in dem Leibe er-folgeten. Auf solche Weise ist die Seele ei-gentlich nicht die Ursache der Bewegungendes Leibes, sondern giebet nur Gelegenheitdarzu, und der Leib ist eigentlich nicht Ursa-che von den Empfindungen der Seele, son-dern er giebet gleichfals nur Gelegenheitdazu; GOTT aber würcket alles in alle»beyden.
Wirb ver« H. 764. Ungeachtet heute zu Tage die
rvvrfft» meisten der Meinung ( 7 a»-re/i beypflichten,unerachtet viele so zu reden pflegen, daß Leibund Seele nicht natürlicher Weise, sonderndurch den kräftigen Willen GOttes inein-ander würcken; so finden wir doch sehr vie-les dagegen zu erinnern. Wenn GOTTdurch seine unmittelbahre Kraft die Bewe-gungen in den Cörpern und die GeLanckentn der Seele hervorbringet, und man^den
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