Gründen unserer Erkäntnkß. 75
Unterscheid zwischen der Wahrheit und M'fchendem Traume mit einem klaren und dcutli, '-lü^drtzeikchen Exempel zu erläutern. Man setze, essei) eine Gesellschaft in guter Vergnügungbey einander, und gehe nach einiger Zeitwieder auseinander. Wenn dieses Wahr-heit ist; so wird man sagen könne»,, warumjede Person zugegen ist, und wie sie dahinkommen; warum in der Vergnügung, so,uan sich machet, dieses oder jenes geschie,stet: warum man jetzt wieder auseinandergehet. Mit einem Worte, eö wird sichnicht das geringste veränderliches in der Ge,seilschaft zukragen, da man nicht sagenkonte, warum es geschähe. Hingegenwenn es ein Traum ist; so kan ich nichtsagen, warum jede Person zugegen ist, undwie sie dahin hat kommen können: denn
wenn ich Wirth bin, werde ich ungeladene,auch öfters fremde Gaste sehen, ja unter ih-nen einige erblicken, die ich zu anderer Zeitan weit entlegenen Orten gesehen, oder dieauch wohl gar schon längst gestorben undunter der Erden verfaulet sind. Niemandwird sagen können, warum sie zugegen sind.
Eine Person wird sich im Augenblicke indie andere verändern können, ohne daß mansagen kan, wie es zugegangen. Es werdenPersonen weg seyn, ohne daß sie fortge-gangen: andere hingegen da stehen, ohnedaß sie Herkommen sinh. Die gantze Ge-