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[Bl. 91 a ] Ludbig, ein sun hertzog Steffans: 1 der fürstward genant der hochfertig, wann er gar stoltz und übermütig wasgegen anderen fürsten und was doch diemütig gegen den armen.
Die tochter hertzog Steffan, fraw Elisabeth,* 2 ward ver-5 mähelt zu dem grosmächtigen konig Loys von Franckreich, wanndie zeit lebt Franckreich gar in grossem reichtumb. es warda uch dabei gesehen gar grosse und überflüssige hochfart. *esbegab sich viel zeit, so die konigin wolt reiten an die valckenpeis,das mit ir auf warn die fürsten, grafen, herren, ritter und10 knecht auf vier tawsent pferdt. so dann der konig wolt aus-weiten, so begab sich oft, das all gassen zu Paris vol warn,also das der konig je zu zeiten must wider umbkern, das erv °r dreng nicht auss mocht; also grosse herschaft lag stäts zun °f- es begab sich auch vil zeit, das an einem freitag verkauftw ard visch umb fünf oder sechs tawsent guldein. b *
Hertzog Ludbig dint bei seinem herren und swager, demkonig. der gab im ein gräfin zu einem ge- [Bl. 9l b ] mahelun -d darzu ein grafschaft, genant Martani. 8 der konig hett zuZeiten abganck in c dem hawpt, d also das er dadurch c verirtwardt seiner vernufft. der ursach halben wurden die fürstenund herren der krön Franckreich oneinander hassen f umb dengewalt der regirung, die bei dem konig zu hof lagen, darzubegab sich ein irrung zwischen hertzogen Johannsen vonßurgundi und des hertzogen von Orliens, also das man sagt,■ das der hertzog von Orliens hiet einem ritter sein frawenbeschlafen über irn willen; derselb ritter was des von Burgundidiener. darumb understuendt sich der hertzog von Burgundi,Ull d bei einer nacht, als der hertzog von Orliens B zu Parisaus dem konigklichen hof gieng, lief er über in und ermört
a Frau Margaretha II W. b Der ganze Passus: Es begab sich
v » zeit — umb fünf oder sechs tausent guidein fehlt B.W. » in
aus Ji w statt ein in J. d haupp J. e darin II W. f hüssig W.
v on Orliens fehlt II W.
3g S. über Herzog Ludwig : Lang, Gesch. H. Ludwigs des Bärtigen
, { Ingolstadt (JS21), Häutle, Archivaltsehe Beiträge %. Qesch. IL Ludwigs^ Bärtigen im Oberbayer. Archiv, Bd. XXlUl u. Bd. XXXII; Kiezler,S 37? a ? 1 vcrseh - Stellen. — Vgl. auch Andreas S. 653; Ampeck AWeh i ' ^ ®' *30 ff.; die vierte bayerische Fortsetzung zur sächsischen4 0ö«e p nik in Mon - Germ ; deutsche Chroniken, Bd. II S. 367 ff. —s ich . xa ^ wi y Ebrans, die mehrere sachliche Irrthümcr enthält, stützt
wie alles I<olgende auf mündliche Ucbcrliefcrung.]p r , ' Elisabeth wurde am 10. Juli 1385 mit Karl VI., König voninkrcich (nicht mit Loys, wie Ebran sagt) vermählt.45 des P ^ u dwig war in zweiter Ehe vermählt mit Katharina, der Witwereter von Eoreux, Grafen von Morlagnc.