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D. Siegel'-Wa
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Es fand sich ein 6z Loth schweres, rundgeformtes Stück einer leichtenbräunlich rothen, wachsartigen Mafse, welches ohne Zweifel das Bruchstückvon Siegelwachs zu sein schien, zumal es beim Anbrennen den vollkommnenWachsgeruch hatte. Die nachstehende Mittheilung der chemischen Untersuchungdes Hofraths Dr. Brandis in Salzuflen — dem ich ein Stück davon zusendete —spricht für meine Annahme, dafs die Römer sich dieser Mafse als Siegelwachsbedient haben, und gewährt stets mehr und mehr die Ueberzeugung dafsVictoria in jeder Beziehung eine wohleingerichtete und organisirte Stadt deralten Weltherrscher war.
Herr Brandis schreibt mir über dieses Stück Wachs; „Das erhaltene Stückwog ungefähr 10 Gran, wurde in der Wärme weich, fiüfsig, brannte mit Flamme,hinterliefs einen kohligen Rückstand und bei stärkerer andaurender Erhitzungeine sehr geringe gelbliche Mafse/'„a. Ein Theil dieser wachsartigen Mafse wurde zerrieben und das röthlich-gelbePulver mit kaltem Aether in Berührung gesetzt. Dieser wurde von demungelösten abgegofsen, der Aether verdunstet und dadurch ein hellgelb-licher Rückstand erhalten, welcher mit starkem Alkohol behandelt wurde.Dieser liefs einen geringen Antheil Wachs zurück und die geistige Lösunggab durch Verdunsten eine in der Wärme sehr zähe, beim Erkalten etwasdicklicher werdende Mafse, die sich in lange Fäden ziehen liefs, faibenlosund durchsichtig war, und mit reinem Terpentin oder ähnlichem Balsamdie gröfste Aehnlichkeit hatte^ aber fast geruchlos war.b. Die nach der Behandlung mit Aether zurückgebliebene Mafse wurde jetztmit Alkohol ausgekocht, und dadurch zum gröfsten Theile aufgelöst; dieAuflösung trübte sich beim Erkalten stark und setzte einen reichlichenweifslichen Bodensatz ab, welcher alle Eigenschaften des Wachses besafs.
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