II 7
auf diese Weise durch das Eindrücken der Stampfen neben den Verzierun-gen, durch die abgerundete Fläche (Kegel) derselben, eine Vertiefung auf denGrundflächen des Gefäfses, wie bei den Legion- und Cohorten-Zeichen aufden Backsteinen, hätte entstehen müfsen, wovon auch nicht die geringste Spurvorhanden ist. Bei den Gefiifsen findet nun gerade das Gegentheil statt; esgehen hier die Verzierungen mit ihren Erhabenheiten nicht in die Oberflächehinein, sondern sie sind auf diese Fläche aufgesetzt. Aus der Form und Ver-zierung dieser Gefafse kann man mit Gewifsheit schliefsen, dafs dieselben nurAbdrücke eines besonders zubereiteten Modells sind, wie ich denn auch soglücklich war, in Mainz ein solches, aus hartgebranntem Thon gefertigtes,aufzufinden, dafs jetzt im Königl. Museo vaterländ. Alterthümer zu Bonn auf-bewahrt wird*). Diesen Formen haben aber Stampfen die verschiedenen- Verzierun-gen eingedrückt. Der nafse Thon zur Bildung des Gefäfses ward in der hohlenForm ausgebreitet, wie man ihn im Bruche mancher Stücke noch schichten-weis findet, dann eingedrückt und endlich das Gefäfs im Innern, bis auf einegewifse Stärke, glatt ausgedrehet, wovon die Drehstreifen im Innern der Ge-fafse den deutlichsten Beweis geben. Im übrigen sind diese Gefäfse in ihrerinnern xYushöhlung, die ohne weitere Verzierung, ganz gleich und glatt, dochniemals so schön und eben, als besonders der äufsere Rand derselben ist, Esfinden sich jedoch hierbei einige Ausnahmen ? wie die bei Fig. 15. 16'.Tab. XXVI. abgebildeten Rosettchen. Man sieht dieselben in Bruchstückenvon Schüfsein, nicht von aufsen, sondern im Innern des Gefäfses, und zwarin dem Centrum des Bodens eingedrückt; sie sind nicht aufsen erhaben, son-dern wie bei den Stampfen in den Ziegelsteinen, in die Fläche des Gefäfseseingedrückt, und zwar mit Stampfen, woran das zeichnende Körperliche ver-tieft eingeschnitten war. Das Herausnehmen des Gefäfses aus dem Modellkonnte nicht schwer werden; die ganze Gestalt des Gefäfses und. die Verzie-
*) Siehe: Denkmale germanischer und römischer Zeit in den Rheinisch - Westphälischen• Provinzen. Von Dorow. 1. Theil. S. 98- Zeile 1.