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2, [Text] (1826) Römische Alterthümer in und um Neuwied am Rhein : mit Grundrissen, Aufrissen und Durchschnitten des daselbst ausgegrabenen Kastells, und Darstellungen der darin gefundenen Gegenstände
Entstehung
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etwa einzuschlagender Löcher; Fig. 9. ist eine Schere, völlig so geformt wieunsre heute noch gebräuchlichen Schaafscheren. Der unten beigesetzte Maafs-stab zeigt die Gröfse dieser abgebildeten Gegenstände.

Die Tab. XXV. Fig. 1. stellt uns eines der wichtigsten Werkzeuge derCivilisation des Menschengeschlechts dar, nämlich eine römische Pflugschaar.Die ganze Beschaffenheit defselben läfst auf eine sehr grofse Einfachheit desvollständigen Werkzeuges schliefsen. Die noch fest an der Pflugschaar ange-rostete Kette, so wie eine zweite dabei gelegene, haben ohne Zweifel zumZiehen gedient. Die Schaar selbst klärt durch ihre Beschaffenheit einen Um-stand auf, der meines Wifsens noch nirgend erläutert ist, nämlich die Befe-stigung derselben an den Pflug. Die jetzigen Pflugschaaren haben ein mäch-tiges, zu beiden Seiten eingebogenes Ohr, womit sie das in der Erde horizontalgehende Holz umfafsen, Die hier abgebildete römische Schaar war blofs ver-mittelst eines durch die ovale Oeffnung gehenden, wohl mit Eisen beschlage-nen Bengels befestiget, und durch die daran befindliche Kette, vorn am Krappenzum Ziehen und hinten mit dem grofsen runden Ringe am Hintertheil desPflugs in die gehörige unverrückte Spannung gebracht.

Ceres lehrte die Menschen zuerst mit dem Eisen das ErdreichWenden,

Erst die gewichtige Kraft des gebogenen Pfluges, die Pflugschaar,Sammt der eleusischen Mutter gemach hinroljendem Wagen.Frühe bereits und mit Macht wird die Ulm' im Walde gebändigt,Dafs sie gewinne die krumme Gestalt des Pfluges, aus defsenStamme die Deichsel sich zieht, acht Fufs in die Länge, mit zweienOhren zur Seite daran, und mit doppeltem Rücken der Schaarbaum.Auch ist die Linde zum Joch schon früher gefällt, und die hoheBuche zur Sterz, das niedre Gestell im Rücken regierend;Heerdrauch prüfet die Kraft der drüber hangenden Hölzer.

Virgils Georgica, Gesang 1.