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2, [Text] (1826) Römische Alterthümer in und um Neuwied am Rhein : mit Grundrissen, Aufrissen und Durchschnitten des daselbst ausgegrabenen Kastells, und Darstellungen der darin gefundenen Gegenstände
Entstehung
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wichtig ist, da die Racen der Pferde nach dem Geschmack und dem Bedürf-nifse der Menschen stets wechseln. In unserm Kastell und Niederlafsungals feste, bleibende Station ist es wohl mit Gewifsheit anzunehmen, dafsdie Römer, als ein so hoch kultivirtes Volk, Pferde selbst zogen, oder dochdie vorhandenen deutschen Pferde durch Vermischung mit edlern Racen ver-vollkommneten und für ihren Geschmack und Gebrauch geeignet machten.Uns sind aus alten Zeiten von alten Schriftstellern die Eigenschaften geschil-dert, welche von den Römern an Pferde vorzüglich geschätzt wurden; Virgil,Terentius Varro, Columella, Palladius Rutilius und besonders über die RacenVegetius de mulomedicina Iafsen uns darüber in keinem Zweifel, dafs zu allenZeiten grofse, starke Pferde vorzüglich von Römern geliebt worden sind. Dieim Kastell aufgefundenen Trensen weichen in der Gröfse unter sich etwasab und es scheint dafs sie nicht alle für Pferde bestimmt waren. Die Klei-neren, von denen eine unter Fig. 5. in natürlicher Gröfse abgebildet ist,scheinen mehr für Esel pafsend, sind auch weniger sorgfältig gearbeitet; dieGröfsern, Eine derselben unter Fig. 7. mit beigeschriebenen Maafsen, Iafsen nachder Lange auf ein breites Maul der Pferde schliefsen; sie sind länger als dienoch gebräuchlichen Trensen; so bestätigt auch der an der dargestellten Trensestatt Kinnkette dienende eiserne Reif, dafs das Maul der Pferde ziemlich breitund dick gewesen sein mufs. Uebrigens weicht das Mundstück dieser Trensefast gar nicht von den noch gewöhnlichen Trensen (besonders den sogenann-ten Wafsertrensen) ab; dadurch unterscheiden sich aber unsre römischenTrensen wesentlich von den jetzt gebräuchlichen, dafs zugleich eine Art vonKinnkette daran angebracht ist, und es scheint dafs die Römer unsre gebräuchli-chen Stangen nicht gekannt haben. Die im Kastell gefundenen Trensen habenzwei Ringe, an dem einen derselben sind wahrscheinlich die Zügel befestigetgewesen, an dem andern Ringe aber ein gebogenes Eisen, welches die Stelleder Kinnkette vertritt, fest eingeschmiedet ist und also bei jedesmaligem Ge-brauche nicht geöffnet werden konnte, daher es dem Pferde über die Unter-