lo5
einem quadratischen Eisenstäbchen gebildet, welches durch den Schlofskastenhindurch, gleich wie der Riegel bei einem jetzt noch gebräuchlichen verdeck-ten Riegelschlofse, in das Freie reicht, und den Handgriff darbot, womitinnerhalb das Schlofs ohne Schlüfsel geöffnet werden konnte,
Fig. ii. stellt zur Vollständigkeit einen gewöhnlichen, auch jetzt nochgebräuchlichen Schlüfsel, mit Ring, Schaft und Bart dar, wobei nur der starkund gewagt durchbrochene Bart Aufmerksamkeit verdient, indem er ein Ein-gerichte voraufsetzt, das den unsrigen in keiner Rücksicht nachstehen dürfte.
Fig. 12. zeigt endlich eine Schlofsfeder, welche an Dauerhaftigkeit undElastizität, trotz ihrem Alter noch bedeutende Wirkung äufsert. a, stellt imAufrifs ihre Lage in dem Schlofse, und b. von unten angesehen dar. Sie be-stehet aus einer eben so dünnen als guten Stahlfeder, welche mit einer Lamellevon geschmeidigem Eisen überzogen zu sein scheint. Es fand sich eine ähnlichenoch grofsere Schlofsfeder, an welcher der Ueberzug theilweise abgeblättertist; dadurch wird die Stahlfeder sichtbar. Beide Federn waren nicht wie dieFedern in unsern deutschen Schlöfsern gebaut, welche den Schlofsriegel mitihrer Federkraft immer anhaltend vorwärts drücken, und dadurch das Schlofsstets zuhalten, sondern sie sind den französischen Schlofsfedern ähnlicher, dieden Schlofsriegel im Schlofse dergestalt mit ihrem Eingreifen festhalten, dafser sich ohne die geschehene Aushebung der Feder, weder rück- noch vorwärtsbewegen läfst. Vorliegende Federn haben an ihrem eigentlichen Wirkungs-punkte, ähnlich den französischen Schlofsfedern, cubische Würfelchen, welcheihrer Form und Gröfse nach, den auf dieser Tafel vorgekommenen Schlofs-riegellöchern, völlig gleich sind. Wahrscheinlich drückten sie zu gröfsererVersicherung entweder einen der erwähnten Stifte durch die Hülse in denSchlofsriegel, und liefsen ihre Kraft auf den Hülsen so lange ruhen, bis derBart des Schlüfsels wieder gegen sie wirkte, oder sie konnten wohl auch beiandern Schlöfsern unmittelbar in die Durchbrechung des Schlofsriegels ein-greifen, und die nämliche nur schwächere Wirkung hervorbringen. Die Enden
i4