Druckschrift 
2, [Text] (1826) Römische Alterthümer in und um Neuwied am Rhein : mit Grundrissen, Aufrissen und Durchschnitten des daselbst ausgegrabenen Kastells, und Darstellungen der darin gefundenen Gegenstände
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

68

stellte, und Kunde giebt, dafs dieses Feldzeichen fleifsig im Gebrauche gewesen seinmag. Meine frühere Ansicht, welche ich an Hoffmann mittheilte, als seiKaiser Gordianus III. hier dargestellt, könnte vielleicht deshalb mehr ansprechen,indem Caracallas Standbilder und sogar sein Name auf Inschriften nach seinemTode überall vernichtet wurden.

Die oben erwähnte Silberplatte mit COH.V. Tab. XVIII. Fig. z. abgebildet(ßl" lang z\" hoch) hat gleich feines Silber wie der Fahnenschild und istzur Verstärkung auf eine Bronzplatte aufgelegt; der kleine Niethnagel bei adiente nicht allein um das Silber und Kupferblech zusammenzuhalten, sondernum noch einen andern Theil des Feldzeichens daran zu befestigen. Das Silber-blech ist §W dick und mag 3 Loth wiegen, mit der Bronze wiegt das Ganze 8?Loth.

Tab. XIV. Fig. a. zeigt in natürlicher Gröfse eine \M dicke Silberplatte,welche wohl als Verzierung gedient hat, vielleicht auf der Thüre eines Schränkchens;aus Fig. b. ersieht man die Hohe der getriebenen Arbeit. Das Silber ist vonmittelmäfsiger Feinheit. In den Verzierungen, besonders den architektonischen,finden wir schon ein spätes, geschmackloses Zeitalter, welches sich von deredlen, einfachen Kunst weit entfernt hatte; in der gut und proportionirt gebil-deten Figur des Merkur spricht sie uns zwar noch an, doch Mars und Fortunain dem obern Felde, erscheinen dagegen sehr barbarisch. Bei diesem Tadelgewährt uns das Ganze doch einen harmonischen Eindruck und zeigt, dafs Geistund grofse Leichtigkeit, Wahrheit und Bestimmtheit im Ausdruck und Charakter,selbst den. schlechten Kunstproducten der Alten eigen sind.

Auf Tab. XVIII. Fig. 1. a. b. ist in natürlicher Gröfse ein Fufs aus rM dickemSilberblech, gut und geschmackvoll gearbeitet, dargestellt. Ob in diesem Fufse,wie auch in dem sehr schön gearbeiteten 25* Loth schweren Fufs von Bronze,Tab. XVI. Fig. 1. a. b. c. d., Theile von Statuen zu finden sind, kann wohlnicht mit Gewifsheit angenommen werden; es können auch Gelübde gewesensein. Augen, Finger, Füfse und Beine wurden dem Aesculap, Füfse jedoch