6 7
b. Gegenstände aus Gold und Silber.
Wenn auch nicht in grofser Anzahl, so sind die aus edlem Metall geformtenGegenstande ihrer Darstellung wegen von grofsem Interefse. Vorzüglich erscheintals, meines Wifsens in Deutschland noch nicht vorgefunden, der auf Tab. XV.in natürlicher Gröfse abgebildete Schild von einem römischen Feldzeichen;wahrscheinlich von einem signo cohortium, indem eine länglich viereckigeSilberplatte mit der Inschrift COH.V, siehe Tab. XVIII. Fig. 2. dabei gefundenwurde und also wohl auch dazu gehört haben wird.
Nach Münzen zu urtheilen, scheint es der jugendliche Caracalla zu sein,welcher in kaiserlichem Kriegskleide, das Parazonium in der Rechten, denSpiels in der Linken, den als bärtigen Greis personificirten Rhein mit Füfsentritt. Die Unterwerfung sowohl von Gallien, als auch von Germanien, welchenLändern der Rhein angehörte, soll diese Darstellung wohl andeuten; germa-nische und gallische Waffen liegen zu Seiten des Alten, hinter dem sich —um ihn als Strom zu bezeichnen — Wafserfluthen ergiefsen.
Das Werk, welches in seinem jetzigen Zustande 8^- Loth wiegt, ist aussechzelmlöthigem, also dem feinsten Silberblech getrieben, und ursprünglichsehr stark vergoldet gewesen, wovon noch viele Spuren, besonders auf demreich verzierten Rande zu sehen sind. Die Arbeit mufs im Ganzen sehr ge-lobt werden, denn es liegt bei aller Rohheit, fester Charakter und Bestimmt-heit darin; die Figur des Kaisers und die Verkürzung des niedergeworfenenAlten sind gut. Dabei ist das Werk, wie Tab. XV. Fig. b. zeigt, von aus-gezeichnet hoch getriebener Arbeit bei jfH Dicke des Silberblechs. Fig. c.lag beim Schilde, und die Spuren einer ehemaligen Bronzbefestigung auf derRückseite des Fahnenschildes zeigen, dafs dieses in natürlicher Gröfse dargestellte41 Loth schwere Gebilde aus geschlagener Bronze zum Durchlafsen des Schaf-tes diente.
Beachtungswerth erscheint die neben dem rechten Fufse des Kaisers punktirteOeffnung, worin ein eiserner Pfeil — auf Tab. XXII. Fig. 9. abgebildet —