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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Chesterkäse -

London 1788; Browning, Bfts rvib anä rrisäamokOorä Ob., ebd. 1874. Bartling.«

Chesterkäse, berühmter engl. Labkäse, in derGrafschaft Cheshire bereitet. Verwendet wird zurFabrikation der Rahm der Abcndinilch n. die frischeMorgenmilch von Kühen. Das Durchschnittsge-wicht der Käse ist 25 bis 50 kA. Die aus Schaf-und Ziegenmilch bereitete Sorte ist weiter nichts,als verdickter, von Milch befreiter Rahm. Rhode.

Chetib (hebr.), bei den Masoreten die falscheLesart des Textes in der hebr. Bibel, im Gegen-sätze zu der richtigen, am Rande bemerkten (Keri).

Chetuba, Insel Hinter-Jndiens, s. Tschetubah.

cdeval (fr.), 1) Pferd; 2) s. u. ^ ettsval.

Chevaleresque (fr.), 1) ritterlich; 2) aben-teuerlich. Chevalerie, Ritterthum.

Chevalier (fr.), 1) Ritter, auch Ordensritter.2) Auf dem Theater: Rolle von eleganten, gefäl-ligen, lebenslustigen u. leichtsinnigen Charakteren;ein solcher CH. ist immer Mann von Stande, odergibt doch vor, es zu sein, hat gesellschaftliche Formen,ungezwungenen Humor u. spricht viel. 3) 6b. ä'In-(Iiistrie, Glücksritter, feiner Betrüger. 4) CH. od.Cavalier (fr.), im Schachspiel der Springer.

Chevalier, 1) Jean Baptiste le CH., franz.Reisender u. Gelehrter, geb. 1. Juli 1752 zuTrelly im La-Manche-Dep.; studirte in Paris u.war Lehrer an mehrerer CollögeS daselbst u. seit1734 Secretär des Grafen Choiseul-Gouffier; erunternahm 1786 u. f. in wissenschaftlicher Hin-sicht mehrere große Reisen, unter anderen nach derLevante, vorzüglich nach Troas u. wurde 1806 er-ster Conservateur der Bibliothek zu St. Genevidvein Paris; starb hier 2. Juli 1836. Er schr.:Voxags äs la Broaäs, zuerst englisch von Dalpal,Lond. 1794, Par. 1803, 3 Bde., deutsch von Lenz,Altenb. 1800; Vozm§s äs la Oroxontiäs et äukouk-Lurin, deutsch, Liegnitz 1801; unter demPseudonym Const. KoliadeS: Du vsriiabls autsuräe Iftliaäs st äs I'Oäz'sseo, Par. 1829. Vgl.NoA, tstoties sur la vis st Iss ouvraZss äs 6.,Par. 1840. 2) Paul, genannt Gavarni (einemPyrenäendorfe, von dem aus er seine ersten Zeich-nungen datirte), einer der ersten Illustratoren u.Lithographen, geb. 1801 in Paris, Kind armer El-tern; war erst Mechaniker, zeichnete nebenher fleißig,von 1835 an Modeblätter u. Costüme, was ihmermöglichte, sein Handwerk aufzugeben. Als Leiterder Modezeitschrift I-ss sssus äu mouäo eröffneteer eine Reihe von Lithographien, die das leicht-fertige, tolle Leben der Pariser Jugend behandeln:bes torsttes; Oos aotrioes; Oss kasbionables;I-ss artistss; Oss stuäiauts äs karis; Ossöädaräeurs; Oes bals masguss; Oss souvsnirs<iu oarnaval; Oa vis äss ssunos trommss rc.:eine in kecken u. treffenden Zügen geschilderteneue Welt außerhalb Sitte u. Familie stehenderKünstler- u. Frauenkreise. In sich selber eineeigenthümliche Mischung von zügelloser Natur u.weltmännischer Form wagend, schilderte er mo-derne Menschen in moderner Tracht mit voller Le-bendigkeit. Aber unter der leichten Hülle lebte einernsterer Geist; unter der cynischen Heiterkeit undlächelnden Frivolität ließ CH. die schwere Wahr-j heit des unsittlichen Inhaltes, des ausgebranntenHerzens, wenn auch nur leise, errathen. Daher

- Chevalier.

> seine große Bedeutung für die moderne Culturgeschichte, namentlich in der zweiten Periode sei-nes Lebens-, wo er düstere Züge, Katastrophen,fast tragische Conflicte darstellt; so namentlich in Ossinvaliäss äu soutimoub u. den Oorstbss vioiilesmit ihren meisterhaften Schilderungen der Ver-kommenheit, des Elendes u. armseligen Endes jenerleichtfüßigen Wesen. Wie früher den Anblick der Lust,so sparte er nun auch das Furchtbare ».Widerwärtigenicht. In der dritten Periode endlich zeichnete CH.die Schwächen u. Thorheiten, Lügen u. Gebrechender gesitteten Welt; so in Oss masguss sb visa-§ss u. Oss kourboriss äss kommss. Bei einemBesuche in London 1849 verlor CH. seine guteLaune über dem Elende der unteren Schichtender Bevölkerung. Das Ergebniß seiner Reise ist:Was man in London ganz umsonst sieht, einegrauenvolle Schilderung all des materiellen undsittlichen Elendes der Weltstadt. CH. st. 23. Nov.1866 auf seinem Landgute in Auteuil. Eine guteAuswahl seiner Arbeiten erschien 1845 unter demTitel: Osuvrss cbsisiss äs 6uvarui, Paris, mitText von I. Jauin, Th. Gautier u. Balzac. 3)Michel, sranz. Nationalökonom, geb. 13. Jan.1806 in Limoges; trat 1824 in die PolytechnischeSchule zu Paris, 1825 in eine bergmännischeBildungsanstalt u. wurde dann als Ingenieur imDep. du Nord angestellt. Nachdem er sich demSt.-Simonismus zugewendet u. Aufsehen erregendeArtikel im Organisateur (bes. Oa Llarssiiiuiss äsla Oaix, 11. Sept. 1830) veröffentlicht hatte,übernahm er 1832 die Redaction des Olobo, derHauptzeitung der St. Simonisten, u. folgte beidem Schisma dieser Secte Enfantin nach MLnil-montant, wo er sich au der Abfassung des Oivrskflouvsau, des Evangeliums der neuen Lehre, be-theiligte. Als die Regierung den Exceffen dersel-ben ein Ende machen mußte, wurde er zu einemJahre Gefängnis) verurtheilt (Juli 1832). Jetztänderte er seine Ansichten, erhielt von Thiers dieMission, die Wege, Eisenbahnen rc. in NAme-rika zu studiren, u. veröffentlichte im äouruai ässDebüts Aufsehen erregende Artikel, in denen ergeschickt die damaligen Borurtheile in Sachen derIndustrie bekämpfte (gesammelt: Osttrss surI'^mörigus äu üorä, 1836, 2 Bde.) u. die sogarHumboldts Anerkennung fanden. 1837 wurde erdaher mit einer neuen Mission nach England be-traut u. gab heraus: Oos iutsröts matsriels suDrauos, ein Programm der mannigfaltigsten Ver-besserungen in Industrie u. Handel. Er wurde nunnach einander Llaitrs äss rsgustes, Staatsrath1838, Mitglied des Oousoil suxörisur des Han-dels, Professor der Nationalökonomie am GoUezsäs Drauos 1840, Oberingenieur der Bergwerkeu. wurde 1845 als Conservativer in die Kammergewählt. 1848 bekämpfte er Louis Blanc und dieSocialisten u. verlor auf einige Zeit seine Pro-fessorstelle. Nach dem Staatsstreiche vom 2. Dec.wurde er von Napoleon zum Staatsrathe gewähltu. 1855 zum Mitgliede der mit der Organisationder großen Ausstellung beauftragten Commission;1860 betheiligte er sich an dem Handelsverträgemit England, der den von ihm so lange vertheidig-ten Ideen über Freihandel den Sieg verschaffte, u.wurde in den Senat gewählt. Bei der Lon-

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