Naturwissenschaften.
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terschciden, bald weil die entsprechenden Wörter der verschiedenen Sprachen sich nichtvollkommen decken, bald weil ihn die Betrachtung der sremden Wörter ans die Erwä-gung ihres Ursprungs nnd ihrer Bestandtheile nnd die Beobachtung des Uebergangsder Bedeutungen vom Sinnlichen zum Geistigen hinführt (virtus, -lvSyk-«, Tugend;soourus, tutus; avorsari, otreuiusxisotrm). Bis der Schüler die schweren Ltilübungenund die schweren Schriftsteller der obersten Elaste bewältigen gelernt hat, muß er alsoin der Chemie der Sprache, in der Analyse ihrer lexikalischen Schätze, welche ihreVegriffswelt repräsentiren- in der Anwendung der verschiedensten Reagenticn zum Be-hufe klarer Erkenntnis derselben Bedeutendes geleistet und damit reichen Gewinn fürsich erarbeitet, auf dem weitausgedehntcn und reich bebauten Boden des menschlichenKulturlebens sich das Heimatrecht erworben und dabei die Masse ans dem Alterthnmstammender Begriffe, mit welchen unser geistiges Leben durchwachsen ist, um so gründ-licher, weil quellenmäßig und in ihrer ursprünglichen, einfacheren Gestalt, erkannthaben. Aber auch in der Physik der Sprache, wenn wir die Vergleichung noch fort-setzcn dürfen, in der Erkenntnis der Gesetze, an welche sie in ihrer Bewegung gebundenist, hat der Schüler um so größere Fortschritte gemacht, je mehr er von den äußerlichen,aber'auch in dieser Gestalt schon bedeutenden Regeln über die Verbindung der Satz-glieder und Sätze allmählich mit der sich erweiternden Einsicht zu tieferen Blicken inden Organismus der Sprache im ganzen und ihrer Feinheiten im Detail vorgedrungcnist. Durch beiderlei Arten von Thätigkcit aber hat er eineStheils allmählich eines dergroßen Werke der Alten nach dem andern, die Jugend der Menschheit durch Homer,die Großthaten der Griechen in ihrer Glanzperiode durch Herodot, die Entwicklung desrömischen Staates durch Livius, den Untergang seiner Freiheit durch Tacitus rc. kennengelernt und an den Dichtern, Rednern und Geschichtsschreibern der Alten den Sinnfür das Schöne und Erhabene überhaupt in sich groß gezogen und an ewiggültigenMustern gebildet, andererseits seinen Gesichtskreis immer mehr erweitert und sich überdie Beschränkungen der nach Zeit und Raum ihn zunächst umgebenden Dinge hinwegauf einen höheren Standpnnct erhoben. Darin sind höchst mannigfaltige und fruchtbareund zugleich den verschiedenen Entwicklungsstufen der Jugend sich trefflich anschmiegcudeethische Bildungsmittel nachgewiesen, wie sie kein anderer Unterrichtsgegenstand bietet.Nach unserer Ansicht auch die Naturwissenschaften nicht. Daß sie, richtig behandelt,von ausgezeichneter Wirksamkeit sind für die Schärfung des sinnlichen WarnehmnngS-vermögens, für Uebung in der planmäßigen Beobachtung, für Weckung und Pflege derBefähigung zu cxacter Forschung, ist in dem obigen Artikel überzeugend dargethan;eben hierin liegt aber auch ihre Beschränkung auf die Sichtbarkeit. Wir sind nichtgemeint, den Werth der sinnlichen Dinge nnd ihrer exacten Erforschung für das mensch-liche Leben herabznsetzen; wenn aber Bildung wirklich die Entfaltung des in der Men-schenseele liegenden Idealen ist, so stehen die Natnrkenntnisse hiemit nur in mittelbarem,nicht, wie die ethischen Fächer, in unmittelbarem Zusammenhang. Es verwenden zwardie Dichter und die Redner die mannigfaltigsten Naturanschauungen für ihre Symbolikund die ganze Sprache ist durchdrungen von Bildern, die der Sinnenwclt entlehnt sind;aber hiezu bedarf cs keiner wissenschaftlichen Natnrforschung. Mittelbar bildend inethischer Richtung kann auch letztere wirken, aber erst auf einer Altersstufe, welchejenseits der Grenze der Schulbildung liegt. Einen unmittelbaren ethischen Einfluß wirdsie nur insoweit gewinnen, als sie den Wahrheitssinn kräftigt; in dieser Beziehungaber ist sie mit der Mathematik verwandt, über deren Heranziehung zur Ergänzungder übrigen Unterrichtsgegenstände die meisten Pädagogen einig sind. Deswegen könnenwir den Naturwissenschaften mit gutem Gewissen nur so viel Raum zngestehen, alsnach Befriedigung des Naumbcdürfnisses der ethischen, namentlich sprachlichen Fächernoch übrig bleibt. Die sprachlichen Fächer aber bedürfen, um ihre centrale Stellungwirklich zu behaupten, viel Raum, so viel, daß auch der Knabe und Jüngling sichdurch die Zahl der ihnen zugewiesenen Stunden auf sie als das Hauptfach hingewiesensieht. Wenn freilich unser Herr Mitarbeiter die Ansicht ausspricht, daß an mehrerenandern Fächern etwas erspart werden könne, so wollen wir dies den Fachgenossen zurPrüfung empfehlen. Er nennt S. 939 die früheren Entwicklungsstufen unserer Mutter-sprache und der Nationalliteratur und die mittlere nnd neuere Geschichte. Wir würdenauch an die in manchen Gymnasien durch so viele Elasten hindurchgeführte Geographiedenken. Was aber die alten Sprachen betrifft, so sind sie nach unserer Ansicht z. B.in den österreichischen Gymnasien so redncirt (s. oben S. 436), daß ihre von uns ge-schilderte und geforderte Wirksamkeit wesentlich verkümmert ist. Da wäre es fast besser,man giengc noch einen Schritt weiter und verzichtete ganz ans classische Bildung, alsdaß inan sie so verstümmelt und von dem Baum, dem man die Herzwurzel abgehanenhat, doch noch eine volle und gesunde Kraft erwartet; so wird nur die classische Bil-