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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Pädagogik des Alten Testaments.

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Anordnung soll erst von dem berühmten Pharisäer Simon den Schetach, der um80 v. Chr. wirkte, ausgegangen sein.

Dadurch, daß der Ausbildung des Schriftgelehrtenthums keine entsprechende Pflegedes Bolksunterrichts zur Seite gieng, erklärt sich um so leichter, daß allmählich einGegensatz von Schulbildung und Jdiotenthum sich entwickelte, welcher der vorexilischenZeit ferne lag. Der in der oben erwähnten Stelle Am. 7, 14. liegende Gegensatzzwischen dem durch menschliche Unterweisung zugerichteten und dem durch den göttlichenGeist berufenen Propheten ist anderer Art. Auch von einem Gegensätze esoterischen undexoterischen Wissens weiß die ältere Zeit nichts, so oft man auch hinter dem alttesta-mentlichen Wort eine geheime Ueberlieferung, wie sie das spätere Judenthum in An-spruch nahm, gesucht hat. (Wenn man schon — was auf einen derartigen GegensatzHinweisen könnte — in Jes. 8, 1. die Andeutung eines Unterschieds demotischer undhieratischer Schrift hat sehen wollen, so beruht dies auf einer mehr als zweifelhaftenErklärung der Stelle). Darum fehlte es dem Israel der früheren Jahrhunderte dochkeineswegs an allgemeiner Volksbildung, wie auch bei andern morgenländischen Völkern,namentlich den Arabern, Mangel an schulmäßiger Bildung noch keineswegs Unbildungist. Ja daß sogar ein nicht geringes Maß der Kenntnisse, die man zur Schulbildungrechnet, auch in den untern Classen des Volkes anzutreffen war, lehren die Schriftendes Ainos, des Hirten von Thekoa, und des Micha, des Mannes aus dem Landstädt-chen Morescheth Gath, die neben einzelnen Mängeln in Ausdruck und Rechtschreibungeine hohe Vollendung der Form zeigen und auch Spuren von Lectüre älterer heiligerSchriften erkennen lassen. Dem Stolze der Rabbinen freilich war es unerträglich, daßMänner niederen Standes sich unter den Propheten befunden haben sollten, weshalbsie aus Amos einen reichen Herdenbesitzer machten. (Vgl. die Abhandlung Vitringascka vooutions 1)si, guao non ost soonncknm oarnem, in den Odsorvat. saor. S. 520 f.).— In der nachexilischen Zeit tritt uns die aristokratische Selbsterhebung des Schrift-gelehrtenthums zuerst entgegen in der Schilderung, welche der Siracide (38, 25. —39, 15.) von dem Berufe eines Schriftgelehrten gibt. Die Weisheit eines Schriftge-lehrten, lehrt er, kann nur erstehen in glücklicher Muße; nur wer sonst nichts zuthun har, kann weise werden. Wie aber soll weise werden der Landmann, der anPflügen nnd Viehfütterung denkt, oder der Handwerker, dem immerfort sein Gewerbeim Sinn liegt! Ohne solche Leute kann freilich keine Stadt bestehen, Weil es ohne sieWeder Handel noch Wandel gäbe; aber zu einer höheren Stellung in der Gemeindetaugen sie nichts. Sie können nicht Recht sprechen, da sie die Rechtsordnungnicht verstehen, und in Weisheitssprüchen werden sie auch nicht erfunden. An-ders, wer seinen Geist richtet und sinnt über das Gesetz des Höchsten. Ein sol-cher muß die Weisheit aller Alten erforschen nnd in den Propheten studiren. Ermuß die Geschichten berühmter Leute merken und in die Wendungen ihrer Sprücheeindringen. Er muß versteckte Gleichnisse erforschen und mit Räthseln sich beschäf-tigen. Bei Fürsten dient er und vor Regenten erscheint er. Länder und fremdeVölker bereist er, denn er erprobt Gutes und Böses unter den Menschen. Hierauffolgt eine treffliche Ermahnung, die Weisheit im Gebet bei Gott zu suchen. — Indieser Schilderung zeigt sich allerdings noch nicht die hochmüthige Verachtung gegendas gemeine Volk, wie sie die späteren Schriftgelehrten hegten (vergl, Joh. 7, 49.).Doch ist von den Schriftgelehrten des Sirachbuches, dem Mann „auf dessen AngesichtGott seine Herrlichkeit legt" (10, 5. nach einer freilich bestrittenen Auslegung derStelle), kein sehr weiter Weg mehr zu der späteren hierarchisch-exclusiven Stellung desRabbinismus, die sich dadurch vollendete, daß mit der im letzten Jahrhundert v. Chr.erfolgten Einführung der Semicha (Ordination durch Handauflegung) die Scheidung derSchriftgelchrten, als eines heiligen Standes, von der profanen Menge auch durch einenäußern Ritus versiegelt war. Uebrigens ist bekannt, daß demungeachtet nach späterer