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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Pädagogik des Alten Testaments.

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gehörigen edomitischen Seehäfen ans bis nach Ophir (worunter wahrscheinlich dieJndusländer zu verstehen sind) ausgedehnt. Aber obwohl sich jetzt der Gesichtskreisdes Volkes erweiterte und manche Kenntnisse und Fertigkeiten unter denselbeneinheimischwurden, so hat sich doch bei ihm selbst in dieser Zeit des höchsten Glanzes des Staateskeine originale weltliche Cultur entwickelt. Die Prachtbauten Salomos wurden vonphönicischen Künstlern ausgeführt; Lei der Errichtung der königlichen Handelsflotte undihren Expeditionen mußten wieder Phönicier Hülfe leisten; das Kriegswesen wurdenach egyptischem Muster gestaltet. Die selbständige intellectuelle Bildung des Volkeswurzelt durchaus in seinem religiösen Leben; ihr Erzeugnis ist die Spruch Weis-heit, als deren Hauptvertreter Salomo in gleicher Weise erscheint, wie die heiligeLyrik vorzugsweise auf David zurückgeführt wird.

Bon kunstmäßiger Spruchdichtung findet sich im A. T. in der Zeit vor Salomokeine Spur, wobei immerhin angenommen werden kann, daß in der den Namen Sa-lomos tragenden Sammlung manche Sprüche sich finden, die vorher als Volkssprüch-wörter in kunstloser Form im Umlauf waren. In das Gebiet des kunstlosen Volks-spruches gehören z. B. auch die Fabel Abimelechs Nicht. 9, 8. ff. und das RäthselSimsons 14, 14. In solchen Sprüchen die Lehren der Erfahrung zu siriren, ist überallVolkssitte; namentlich aber ist die Spruchweisheit dem semitischen Alterthum eigen, wiedenn im A. T. selbst die Weisheit Edoms, besonders der Themaniten (Jer. 49, 7.;Obadj. V. 8.), und der Söhne des Ostens, d. h. der östlich von Palästina in Trabis,llsssrta hausenden Stämme (1 Kön. 5, 10. s4, 30), dort neben der altberühmtenWeisheit Egyptens) erwähnt wird. Aus dem Buch Hiob, das, wie bereits bemerktworden ist, in den patriarchalischen Lebenskreis versetzt, ersehen wir, in welchem An-sehen die Spruchüberlieserung stand, die „Forschung der Väter," die Lei ihrer langenLebensdauer reichere Erfahrungen einsammeln konnten (8, 8. f.), und noch nicht unterdem die echte Weisheit trübenden fremdländischen Einflüsse standen (15, 18. f.) Unterdem Geschlechts der Gegenwart sind es natürlich die Greise, die für ihre das Ergebnisvieljähriger Beobachtung darlegenden Weisheitssprüche Achtung in Anspruch nehmendürfen (12,12.; 15,10.)— Israel als theokratisches Volk führt solches Rühmen einesvon den Vätern überkommenen Erbschatzes von Weisheit nicht im Munde; es wirdweise durch die Unterweisung des Gesetzes, das ihm den Willen seines Gottes offen-bart, und durch die Betrachtung der göttlichen Wege in seiner Geschichte. (S. StellenWie 5 M. 4, 6.; Ps. 78; 107, 43.; Hos. 12, 10.; Jer. 9, 12.) Dort sind ihm dieVoraussetzungen für das Verständnis der Natur und des menschlichen Lebens gegeben,die Erkenntnis des allmächtigen Schöpfers und Herrn der Welt, des heiligen Gesetz-gebers und Richters und der in der Welt waltenden Vergeltungsordnung. Was hiemitin Widerspruch steht, kann nicht wahr und recht sein; „das Wort des Herrn habensie verworfen, und welche Weisheit haben sie." (Jer. 8, 8.) Darum wird als derAnfang der Weisheit die Furcht des Herrn bezeichnet, und als Einsicht die Erkenntnisdes Allheiligen (Spr. 1, 7.; 9, 10.; vergl. Hiob 28, 28.); „feine Klugheit" wird allen zuTheil, welche die göttlichen Gebote erfüllen (Ps. 111, 10.). Aus dem Princip derGottesfurcht ergibt sich nämlich als sittliche Lebensaufgabe: „in allen deinen Wegenerkenne ihn" (Spr. 3, 6.), d. h. in all deinem Thun besinne dich auf den heiligenGotteswillen. Dem Gottesfürchtigen, der diese Norm sich setzt, geht dadurch, daß erin das geoffenbarte Gesetz sich hineinlebt, die Einsicht darüber auf, was auch insolchen Fällen, für welche das Gesetz keine speciellen Forderungen sormulirt, demgöttlichen Willen gemäß sei; er gewinnt praktische Weisheit. Aber die Offenbarungweckt auch, indem sie einen Einblick in die Tiefe und Fülle der Gottesgedanken ge-währt (Ps. 92, 6.; 139, 17.), das speculative Denken. In der Betrachtung desGesetzes und der göttlichen Führungen gewinnt der Geist die Idee einer das ganzeUniversum beherrschenden göttlichen Zweckordnung. Diese Teleologie (daß „der Herralles gemacht hat für seinen Zweck" Spr. 16, 4.) in der Natur und der Menschen-