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Pädagogik des Alten Testaments'.
das Geistesleben der Nation eingegriffen hat. Durch ihn, den Lieblichen in GesängenIsraels (2 Sam. 23. 1.), erreicht die heilige Lyrik Israels ihre Blüte. Fehlte esauch vor ihm, wie aus dem oben Gesagten erhellt, dem Gesang, der übrigens nachden vorliegenden Proben mehr objectiv epischen als snbjectiv lyrischen Charakter hatte,keineswegs an Pflege, so empfängt doch jetzt erst, nachdem der Gesang zu einem wesent-lichen Bestandtheil des Cnltns erhoben worden ist, das Volk einen Reichthum von reli-giösen Liedern und lernt, was sein Inneres bewegt, Trauer und Freude, Furcht undHoffen, Dank und Flehen in Lied und Ton vor seinen Gott zu bringen. Durch diePsalmodie wurde der Cultus vergeistigt, das religiöse Leben des Volkes erfrischt undverinnerlicht. Es kann nicht hoch genug angeschlagen werden, was Israel an seinenPsalnien hatte, diesem Excmpelbuch der Heiligen, wie Luther sie genannt hat. DiePflege des Gesangs am Heiligthnm war allerdings ausschließlich levitischen Geschlech-tern übertragen. Zuerst bei der Einführung der Bundeslade auf dem Zion befahlDavid nach 1 Chron. 15 (16), 16. den Obersten der Leviten, „ihre Brüder, dieSänger zu bestellen mit Saitenspielen, Harfen und Lauten und Cymbeln, daß sie hellsängen und die Stimme erhöben in Freuden." Bei dem über der Bundeslade aufge-schlagenen Zelte bestellte David als Sangmeister den Assap h mit seinen Brüdern, beider alten Stiftshütte, die damals in Gibeon sich befand, den Korachiten Hem an undden Jeduthun (1 Chron. 16 (17), 37. ff.) Die bleibende Bestellung der Levitenfür die gottesdienstliche Musik, „zu stehen jeden Morgen, zu danken und zu lobsingendem Herrn und des Abends auch also" zur Begleitung der Brandopferacte, läßt dieChronik (23 (24), 30. f.) gegen das Ende des Lebens Davids erfolgen. Die Classeder Sänger und Musiker zerfiel nach 25 (26), 9. ff. in 24 Chöre, deren jeder einenVorsteher mit eilf Meistern aus der gleichen Familie an der Spitze hatte. Die Be-theiligung der Gemeinde bei dem Gesang am Heiligthum scheint sich (vgl. 16 (17), 36.)gewöhnlich darauf beschränkt zu haben, daß sie das Amen sprach und den Herrn pries,was auf doxologische Formeln wie „Hallelujah", „danket dem Herrn, denn er istfreundlich" rc. (vgl. Jer. 33, 11.) und dergleichen zu beziehen ist. Dagegen sang dasVolk selbst Psalmen bei Festzügen (vgl. Ps. 68, 26. f.) und bei seinen Wallfahrtenzum Heiligthum, für welchen letzteren Zweck im Psalter 15 Lieder (Psalm 120—134,nach der wahrscheinlichen Erklärung der Ueberschriften) zu einer besondern Gruppe ver-einigt sind. Diese Psalmen sind allerdings theilweise spätern Ursprungs, aber dashohe Alter der Sitte wird durch Jes. 30, 29. bestätigt. Die letztgenannte Stelle zeigt,daß namentlich mit der Passahfeier solche Gesänge sich verbanden; das spätere Ritualbestimmte dafür Ps. 113—118. Weiter weist aber der Inhalt vieler Psalmen daraufhin, daß sie auch der Privaterbauung dienen sollten. Man darf Wohl vermuthen, daßhauptsächlich im heiligen Liede das göttliche Wort in den Häusern Israels wohnte;selbst die Kunde der heiligen Geschichte wurde durch Psalmen fortgepflanzt (s. beson-ders Ps. 78.)
Auf die kriegerische Regierung Davids, durch welche dem israelitischen Staateseine Selbständigkeit nach außen erkämpft, sein Gebiet bedeutend erweitert und derselbeso zu einer hohen Stufe von Macht erhoben worden war, folgte unter Salomo einelange, erst gegen das Ende seiner Regierung getrübte Friedenszeit, die Zeit des „pran-genden Königthums" (Hasse.) Die innere Verwaltung des Staats wurde geordnet, demCultus in dem neuerbanten Tempel ein fester Sitz gegeben und (s. 2 Chron. 8, 14. f.)die von David begonnene Organisation des Priester- und Levitenstandes vollendet.Von einer Verwendung der Leviten für die Unterweisung des Volkes wird auch jetztnichts berichtet. Drei Classcn derselben waren für den Tempcldicnst bestimmt; dievierte, welcher „der Dienst draußen" (1 Chr. 26 (27), 29.) oblag, befaßte Schreiberund Richter. Außerdem sorgte Salomo für die Erbauung von Palästen, Festungen,Städten, Magazinen u. s. w., für die Hebung des Gewerbfleißes und Handels(1 Kön. 9, 10—28.; 2 Chron. C. 8). Der letztere wurde von den jetzt zum Reiche