Pädagogik des Alten Testaments.
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sich besonders mit dem Unterricht der Kinder beschäftigt habe, wogegen den Levitender höhere Lehrberuf anvertraut gewesen sei, hat nicht mehr Werth als andere der-artige" Traditionen. — Besonders an den Cultus knüpfte sich die Fortpflanzung derKunde des Gesetzes und der heiligen Urgeschichte des Volkes. Das Verhältnis Gotteszu seinem Volke prägte sich aus in der Einrichtung des Heiligthums und in den Cul-tushandlungen, wogegen das Wort im mosaischen Cultus zurück tritt, und insoweit eserscheint, meistens an eine Handlung gebunden ist. Namentlich die Passahfeier solltedazu dienen, von Geschlecht zu Geschlecht die Kunde von der Erlösung Israels ausder egyptischen Knechtschaft zu überliefern, wie denn 2 M. 12, 26. f., 13, 8. dasVolk ausdrücklich angewiesen wird, mit der Feier eine geschichtliche Belehrung derKinder über den Zweck derselben zu verbinden. (Dieselbe Weisung wird 13, 14. f.für die Darbringung der Erstgeburt gegeben.) Die Verlegung der Passahfeier an denOrt des Nationalheiligthums beförderte die Ausdehnung des bereits 2 Mt. 23, 17.gegebenen Gebotes der Festwallfahrt auch ans die jüngeren Glieder der Familie, wenngleich in Bezug auf das Alter, von dem an die Söhne zum Erscheinen beim Heilig-thum verpflichtet sein sollten, der Pentateuch noch nichts bestimmt. Die rabbinischeUeberlieferung, daß mit dem zwölften Jahr die Knaben zur Erfüllung des Gesetzesverpflichtet Wurden (s. die betr. Stellen bei InAllttoot, lloras llsbr. et talmull. zuLuc. 2, 42.), mag sehr alt sein; doch haben wir die frühesten Andeutungen dieserOrdnung erst in der Erzählung von dem 12jährigen Jesus und in der Angabe desJosephus (^.nt. V, 10. 4.), daß Samuel im 12. Lebensjahr zum Propheten berufenworden sei. — Ein weiteres Vehikel für die Fortpflanzung der religiösen Erkenntniswar der Gesang, dessen Pflege wir in Israel bis zu den Anfängen seiner Geschichtezurückverfolgen können. An das Lied des Moses (2 M. C. 15.) müßen sich nochmanche Gesänge, in denen die göttlichen Großthatcn gefeiert wurden, gereiht haben,denn aus dem 4M. 21, 14. citirten Buch der Kriege Jehovas wird dort das Bruch-stück eines Siegesgesangs und V. 18 ein Lied auf eine göttliche Wasserspende in derWüste mitgetheilt; auch setzt ein Hymnus von so vollendeter Knnstform, wie das Lied
der Debora (Nicht. C. 15), Vorgänger voraus. Jos. 10, 13. und 2 Sam. 1, 18.
wird unter dem Namen Buch des Frommen (Wackern) eine Liedersammlnng angeführt,die eine Art theokratisches Heldenbuch gewesen zu sein scheint. Der Chorgesang derFrauen im Reigen unter Begleitung des Tambourins wird bereits 2 M. 15, 20.erwähnt. In solchem Reigen zogen Jungfrauen zu dem Jahresfeste nach Silo (Nicht.21, 21.) und den aus dem Kampf zurückkehrenden Helden entgegen (Nicht. 11, 34.;vergl. 1 Sam. 18, 6. 7). Daß man, um die Erinnerung an große Ereignisse undan die Helden der Vergangenheit zu befestigen, die Jugend Lieder lehrte (2 Sam.1, 18.; vergl. Ps. 60, 1.), war gewiß uralte Sitte. Auch in Bezug aus das Lied
5 M. C. 32 wird 31, 19. ff. vorgeschrieben, daß es gelehrt werden solle, um noch
in später Zeit zum Zeugnis wider das Volk zu dienen. — Als Lehrzengnisse für dasHeranwachsende Geschlecht dienten endlich auch die mancherlei örtlichen Denkmäler, diedurch das ganze Land zerstreut waren; wie es Jos. 4, 6. f. 21 in Bezug auf die amJordanufcr aufgerichteten Steine heißt: „wenn eure Kinder Hernachmals fragen werdenund sprechen: was thun diese Steine da? so sollt ihr ihnen sagen rc." So knüpftensich namentlich die Erinnerungen der patriarchalischen Zeit an berühmte Bäume,Brunnen, an Altäre, Steinhaufen u. s. w. (1 Bios. 21, 32. f.; 26, 19. ff.; 33, 20.;31, 46.; 35, 7. 20.; 50, 11.)
lieber die Jahrhunderte von Moses bis Samuel dürfen wir uns hier kurz fassen.In Betreff des Landes, in welches Israel der den Patriarchen gegebenen Verheißunggemäß eingeführt wurde, möge nur an die Beziehung erinnert werden, in welcherdasselbe vermöge seiner natürlichen Beschaffenheit zu der geschichtlichen Bestimmung desVolkes stand. Die in diesem gebotene Absonderung von den Heiden wurde erleichtertdurch die inselartige Jsolirnng Palästinas, das, im Süden und Osten durch Wüsten,