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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Pädagogik des alten Testaments.

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Für die Mädchen wird weder bei der Einsetzung der Beschneidung, noch später einereligiöse Weihe angeordnet. Es hängt dies mit der unselbständigen Stellung desWeibes zusammen, vermöge welcher es nur als Genossin des Mannes, als Gattinund Mutter, eine Bedeutung für das Volks- und Bundeslebcn hat. (S. Kurtz, Gesch.des Alten Bundes, Bd. I, 188). Die Namengebung soll bei den Mädchen bei derEntwöhnung erfolgt sein. Die Entwöhnung der Kinder wurde nämlich als Familien-fest begangen (1 Mos. 21, 8.). Nach den Rabbinen pflegte sie nach Ablauf deszweiten Jahres stattzufinden; doch scheint 1 Sam. 1, 23. ein späteres Alter voraus-zusetzen und 2 Macc. 7, 27. wird eine dreijährige Säugezeit erwähnt. Das Stillenwar nicht durchaus Sache der Mutter; schon in der patriarchalischen Zeit wird eineAmme erwähnt (1 M. 24, 59. 35, 8.), die, wie man aus diesen Stellen sieht, inder Familie verblieb und wie ein Glied derselben behandelt wurde. Es entspricht diesder würdigeren Stellung, welche überhaupt die dienende Classe in dem patriarchalischenHause einnimmt; eine Stellung, die derselben in Israel, wenigstens im Vergleich mitden Verhältnissen der Sklaven bei andern alten Völkern, auch in der späteren Zeitgeblieben ist. (S. hierüber den Art. Sklaverei bei den Hebräern in Herzogs theol.Encyklop. Bd. XIV, 464 ff.) Wie das Verhältnis der Herrschaft zu den Dienendendurchdrungen von dem sittlichen Geist der Familie zu einem wirklichen Pietätsverhält-nis sich gestaltete, ist in dem Bilde des vertrauten Knechtes Abrahams (1 Mos. C. 24),der wahrscheinlich eine Person mit dem Elieser 15, 2. ist, schön gezeichnet. Indemüberdies nach C. 17 die Knechte, sowohl die im Hause geborenen, als die aus derFremde erkauften, beschnitten werden mußten, traten sie ein in die Bundespflichtenund die Bundesrechte, und das Haus bildete demnach mit allen seinen Genossen eindurch das Band der Religion zusammengehaltenes und geheiligtes Gemeinwesen. DasHaupt desselben, der Hausvater, ist zugleich der priesterliche Vertreter der Familie,der Opfer und Anbetung vollzieht, über der religiösen Reinheit des Hauses zu wachenhat (vgl. 35, 3. ff.) und darum darauf bedacht sein soll, jeden Schuldbann, der durchVersündigung der Familienglicder über das Haus gebracht werden könnte, abzuwenden;in welcher Hinsicht besonders auch die in die patriarchalischen Lebensverhältnisse ver-setzende Schilderung des Buches Hiob 1, 5. zu vergleichen ist. Die Forderung derkindlichen Ehrfurcht dem Vater gegenüber wird als etwas selbstverständliches behandelt;es tritt dies, wie Ewald (Alterthümer S. 170) richtig bemerkt, besonders auch darinhervor, daß unkindliches, zuchtloses Wesen durch die Erzählung 1 Mos. 9, 2027.einfach als cananäisch, also nicht-israelitisch gebrandmarkt wird. Ebenso treffend hatEwald (Gesch. Jsr. Bd. I. 3. Ausg. S. 420) in der Zeichnung der PersönlichkeitIsaaks seinen kindlichen Gehorsam und ruhigen Gang sogar in den Opfertod auf desVaters Willen als charakteristischen Zug von vorbildlicher Bedeutung hervorgegehoben.

Welche Aufgabe nun in diesem patriarchalischen Hause der Erziehung der Kindergesteckt ist, das ist zusammengefaßt in dem göttlichen Worte über Abraham 18, 19.:ich habe ihn erkannt (d. h. in aneignender Liebe ausersehen), daß er gebiete seinenSöhnen nach ihm, daß sie bewahren Jehovas Weg, zu thun Gerechtigkeit und Recht,auf daß Jehova kommen lasse über Abraham, was er über ihn geredet hat." Alsozum Gehorsam gegen den göttlichen Willen und zum Wandel in Recht und Gerechtig-keit sollen die Söhne angehalten werden, auf daß ein Volk heranwachse, an welchemder göttliche Erwählungsrath mit seinen großen Verheißungen zur Erfüllung kommenkönne. Da Gott dem Abraham Nachkommenschaft eben für den Zweck geschenkt hat,daß sie Trägerin des Heilsberufs sei, so sind die Kinder, was schon durch ihre Be-schneidung versiegelt wird, vor allem als Gottes Eigenthum zu betrachten und hat dasmenschliche Vaterrecht dem Gottesrecht an sie sich unbedingt unterzuordnen. DieserGedanke ist in der patriarchalischen Geschichte am bestimmtesten ausgeprägt in derErzählung von der Opferung Isaaks (Cap. 22). Es ist hier nicht der Ort, diesesWichtige Stück allseitig zu beleuchten; wir fassen nur die pädagogische Bedeutung des