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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Pädagogik des Alten Testaments.

litischen Alterthum keine Spur sich findet. (Vergl. IRilo, äs 8xso. 1s§. eck.LIanA.il.318. Tao. trist. 5, 5.). Die Aussetzung des Moses, die eben nur ein Versuch derRettung des Kindes war, kann natürlich nicht hieher gezogen werden; Hiob 3, 11. ff.und Ezech. 16, 15. aber beweisen nichts für israelitische Sitte. Da Aussetzung derTöchter als altarabische Sitte erwähnt wird, so kann man in der letzteren Stelle mitHitzig eine Anspielung darauf finden, wie es bei der Geburt eines Beduinenkindes,zumal eines Mädchens zuweilen zngehen mochte.

Doch seine volle Bedeutung gewinnt der Kindersegen erst ans dem Boden desVerheißungsbnndes. Drei Stücke befaßt die dem Abraham gegebene und denfolgenden Patriarchen erneuerte göttliche Verheißung: daß eine Nachkommenschaft zahl-loswie die Sterne des Himmels und wie der Sand am Meer" von ihnen ausgehensoll, daß dieser Nachkommenschaft das Land Canaan zum bleibenden Besitz soll verliehenwerden, endlich daß in der Nachkommenschaft Abrahams sich segnen sollen alle Ge-schlechter der Erde (1 Mos. 12, 2. ff.; 15,5.18.; 17, 5. ff.; 18,18.; 22, 15. ff.; 26,3. f.; 28, 13. f.). Da es sich hiernach in dem Verheißungsbunde nicht um einen in-dividuellen Heilsbesitz, sondern um eine an der Nachkommenschaft zu erfüllende Heils-Hoffnung handelt, so bestimmt sich das Verlangen, Kinder zu bekommen, zumSuchendes Gottessamens" (Mal. 2, 15.), der Erbe des den Vätern zugesagten Segens werdensoll, und wird jedes Kind, wird namentlich ein reicher Kindersegen zum Unterpfand, daßGott seine Verheißungen zur Erfüllung bringt. Wie verschieden ist dieses Interessevon dem des Hindu, für den der Besitz von Kindern und die Bewahrung des Stammsdeswegen vom höchsten Werth ist, weil von den Todtenopfern der Nachkommen derZustand der verstorbenen Vorältern abhängt! (Vgl. die Bemerkungen Hegels in derNec. von Humboldts Schrift über die Vhagavadgita, gef. W. Bd. XVI, S. 368 f.).

Der Grund zu dem Heilsvolk der Zukunft wird so gelegt, daß die Unabhängigkeitder göttlichen Erwählnngsgnade von menschlichemWollen und Laufen," thatsächlich insLicht gestellt und auf Seiten des Menschen als Bedingung der Glaube gefordert wird,der nicht sieht auf die Wege der Natur, sondern das Verheißungswort ergreifend allesvon der Macht und Treue des BundeSgottes erwartet. Darum muß Abraham, derVater der Bölkerschaar, kinderlos bleiben bis ins hohe Alter, und darf nicht der nachmenschlichem Rath erzeugte Sohn der Hagar Träger der Verheißung sein; sondern erst,nachdem die Beschneivnng eingesetzt ist, wird durch die Machtwirknng des Elschaddai,der auch die Natur seinem Heilszweck dienstbar macht, der Erbe der Verheißung geboren.Und wieder macht in der Art und Weise, wie schon vor der Geburt über die Lebens-stellung der Zwillingssöhne Isaaks entschieden und Jakob zum Träger der Verheißungerkohren wird (25,2023.) die Freiheit der göttlichen Berufung sich geltend. Auch indem spätern Verlauf der heiligen Geschichte kommt es wiederholt vor, daß Söhne, diezu besonderen göttlichen Nüstzengen bestimmt sind, ihrer Mutter erst nach längererUnfruchtbarkeit geschenkt werden, so wie, daß mit der physischen Zubereitung des Kindesim Mntterschoß bereits die Ausrüstung desselben für den ihm vermöge göttlicher Er-wählung zngewiesenen Beruf sich verknüpft. In ersterer Beziehung ist an die BeispieleJosephs, Simsons, Samuels, des Täufers Johannes, in letzterer an Stellen, wieJer. 1, 5. (vgl. Gal. 1, 15.); Jes. 49, 1.; Luc. 1, 15.; so wie an die allgemeinereAussage Pf. 139, 16. zu erinnern. Welche pädagogische Konsequenzen sich von diesenVoraussetzungen aus ergeben, wird erhellen, wenn wir nun den Lebensgang des Kindesim patriarchalischen Hause verfolgen, wobei wir mit den Berichten der Genesis einigeszur Vervollständigung und Erläuterung dienende aus andern Büchern des A. T.verbinden.

Die mit dem neugeborenen Kinde vorgenommenen Handlungen sind Ezech. 16, 4.angegeben. Einer Erläuterung bedarf unter denselben nur die Einreibung des Kindesmit Salz. Man streitet darüber, ob dieser, übrigens auch bei andern alten Völkernverkommende Brauch, bloß einen diätetischen Zweck hatte, nämlich die Haut des Kindes