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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Overberg.

die er bildete, um an seinem Unterrichte in dieser Anstalt er lehrte Religion, bib-lische Geschichte und Rechnen ein wahres Muster zu sehen. Da nun auch dieStudiosen der Theologie zu diesen Lectionen sich drängten und mit Bewunderung demunvergleichlichen Meister folgten, gewann er mittelbar auch auf den geistlichen Stand'des Münsterlandes einen sehr wohlthätigen Einfluß.

Die ganz eigenthümliche pädagogische Wirksamkeit, die er auf die Fürstin vonGallitzin ausübte, haben wir hier nicht zu schildern, so anziehend es auch erscheinen,kann, das edle freundschaftliche Verhältnis, welches zwischen beiden Seelen sich geknüpftund beiden immer neue Anregungen im gemeinsamen Streben nach Heiligung gegebenhat, ausführlicher zu behandeln. O. hat 17 Jahre im Hause der Fürstin (bis zu ihremTode 1806) als ihr Gewissensrath gelebt und hier nun freilich auch wieder für seineBerufsthätigkeit durch den Verkehr mit den geistvollen Männern, welche die Fürstin umsich sammelte, Großes gewonnen. Die Fürstin selbst war, ebenso wie Fürstenberg, devtäglich in ihren: Hause erschien, voll herzlicher Theilnahme für Volksbildung und Volks-schulwesen, und der Umgang mit beiden mag viel dazu Leigetragcn haben, daß O. beialler Rücksicht auf das Einzelne und Kleine stets das Ganze und Große im Auge behielt.

Dazu hatte er nun freilick noch besondere Veranlassung durch die Theilnahme anden umfassenden Arbeiten, welche zn gründlicher Erneuerung des ganzen Bolksschul-wesens im Münsterlande namentlich in den Jahren 1799 und 1800 unternommenwurden und als Frucht die am 3. Septr. 1801 sanctionirte Schulverordnung ergaben,die als eine der vorzüglichsten bezeichnet werden darf.Ohne das Recht der Eltern znbeeinträchtigen, sichert sie den Einfluß der Kirche und des Staates auf die Erziehung,der Jugend und auf das stete Fortschreiten der Volksschulen, setzt dieselben in ein natur-gemäßes Verhältnis zu den Gemeinden, den Pfarrern und Beamten, sowie zn den Vor-gesetzten Oberbehörden, und weiset jeden, dem amtshalber eine Einwirkung auf dasSchulwesen zusteht, zur Erfüllung seiner diesfallsigen Berufspflicht an. Sie wurdenicht bloß den Localverhältnissen genau angepaßt, sondern gieng aus denselben hervorentsproßte, so zu sagen, dem vaterländischen Boden. Daher ihre noch immer sich er-probende praktische Anwendbarkeit" (Krabbe). In der Landschulcommission, welchebis 1816 bestand, hatte O. fortwährend eine einflußreiche Stellung. Als in den Jahrender Zerrüttung und der Fremdherrschaft auch das öffentliche Unterrichtswesen großen Ge-fahren ausgesetzt war, hatte es in O. seine beste, ja fast die einzige Stütze. Er setzteseinen Normalschulunterricht unermüdet fort, sorgte für Wiederbesetzung erledigter Stellenund half nach Möglichkeit zu Erleichterung des darbenden Lehrerstandes. In diesenbedrängten Zeit erhielt er (1809, ein Jahr vor Fürstenbergs Tode,) dadurch, daß erRegens des bischöflichen Seminars wurde, einen neuen Wirkungskreis, in welchem be-sonders die ascetische Leitung ihm znfiel. Damit schied er zugleich aus dem Hauseseiner fürstlichen Freundin, das er nach dem Tode derselben noch 3 Jahre bewohnthatte. Auf die jungen Kleriker hatte er übrigens schon längst als Lxamirmtor 8^no-ckalis anch einen wissenschaftlichen Einfluß ausüben können.

Es war nur verdiente Anerkennung, daß er 1816 durch die preußische Regierungzum Consistorialrathe ernannt wurde und damit unter befestigten Verhältnissen neue Ge-legenheit und Berechtigung erhielt, für das ihm so vertraute Schulwesen des Münster-landes thätig zu sein. Obwohl bereits kränklich und daher oft gehindert, den Sitzungender Regierungsbehörde beizuwohnen, suchte er doch wenigstens durch die sorgfältigstenschriftlichen Gutachten zu nützen. Im I. 1818 erhielt er den rothen Adlerordcn dritterElaste. Als das Domcapitel 1823 eine Umgestaltung erfuhr, verschmähte er es durchaus,die ihm angetragene zweite Dompräbende mit einem Gehalte von 1200 Thalern anzu-nehmen; nur auf wiederholtes Ersuchen trat er als Ehrenmitglied in das Domcapitel.Es bedurfte aber solcher Auszeichnungen nicht, da die ganze Bevölkerung den demüthigenMann mit einer Verehrung umgab, welche ihn über die von den Meisten so eifrig be-gehrten Ehren und Würden hoch erhob.Wer ihn sah, dem erschien er wie ein Engel