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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Oesterreich.

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Für das Volksschulwesen Ungarns wurden nominell die zwischenweiligen Gesetzebeibehalten; bezüglich der Gymnasien aber glaubte man eine Art von Organisation vor-nehmen zu müssen. Schon im Aug. 1861 trat deshalb eine Commission aus Fach-männern, meist dem Orden der Piaristen und anderen geistlichen Corporationen ange-hörig, in Ofen zusammen, und der Notar dieser Conferenz F. Lutter redigirte denneuen Lehrplan. Der in solcher Weise ausgearbeitete Plan') wurde jedoch nicht indas Leben eingeführt, sondern eine Art Interim von der königlichen Statt-halterei unterm 21. Oct. 1861 vorläufig in Wirksamkeit gesetzt. Mit demselbenwurden für die beiden untersten Classen der Gymnasien wieder Classenlehrer eingeführt,so daß in jeder derselben Ein Lehrer sämmtliche Gegenstände übernimmt und nur dieReligion dem Katecheten überlassen bleibt. Mit der 3. Classe beginnt das Fachlehrer-system, welches aber stufenweise vorschreitet, so daß der Unterricht in verwandtenFächern durch alle Classen möglichst von demselben Lehrer ertheilt werden soll.

In Hinsicht der Unterrichtssprache werden die Gymnasien Ungarns inausschließlich magyarische und gemischte getheilt. Als ausschließlich magyarische sindzu betrachten: die Gymnasien zu Pest (Piaristen), Waizen, Gran, Totis, Papa, Vesz-prim, Stuhlweißenburg, Fünfkirchen, Kaposvar, Groß-Kanisa, Keszthely, Steinam-anger, Güns, Ungrisch-Altenburg, Raab, Komorn, Tirnau, Levenz, Rosenau, Ka-schau, Satoralya-Ujhely, Nagy-Karoly, Debreczin, Großwardein, Miskolcz, Erlau, Gyön-gyös, Jasz-Berony, Kecskemst, Kakocsa, Szegedin, M. Theresiopel, Baja. Gemischte Gym-nasien, an welchen neben der ungrischen Unterrichtssprache ein anderes Idiom Hülfs-mittel bei dem Unterrichte bilden darf, sind jenes zu Ofen, das königl. zu Pest, die An-stalten zu Oedenburg und Preßburg (in diesen 4 Gymnasien wird die deutsche Spracheals Hülfssprache zugelassen) °), Skalitz und Trencjn (beide mit slovakischer Hülfssprache),Neutra, Schemnitz, Neusohl, Leutschau, Eperies (an welchen 5 Gymnasien die slova-kische und deutsche Hülfssprache eintritt), Unghvar (mit ruthenischer Hülfssprache),Szigeth, Szathmar und Nagy-Banya (mit romanischer Hülfssprache), Arad (deutschund romanisch), Temesvar (deutsch, romanisch und serbisch), Groß-Beckerek (deutschund serbisch). Nur das Gymnasium in Belenyes macht eine Ausnahme, indem daselbstdas Romanische die eigentliche Unterrichtssprache und das Magyarische die Hülfs-sprache bildet.

An den gemischten Gymnasien ist mit dem Unterrichte in der nicht-ungrischeirSprache in der 3. Classe zu beginnen, außer wenn es ausdrücklicher Wunsch der Elternwäre, daß früher damit begonnen werde. An den rein ungrischen Gymnasien soll aufdie Wichtigkeit der deutschen Sprache als eines allgemeinen Bildungsmittels, jedochohne Zwang, aufmerksam gemacht werden. An den gemischten Gymnasien entfallenin der untersten Classe wöchentlich 5, in den übrigen 4 Stunden auf die magyarischeSprache, an den ausschließlich ungrischen Gymnasien sind diesem Gegenstände von der6. bis 8. Classe wöchentlich 2 Stunden eingeräumt. 0

') Wie weit er von einer pädagogisch-didaktischen Würdigung seiner Aufgabe entfernt war,zeigt in sehr charakteristischer Weise die Aufnahme der Civilarchitectur und der landwirthschaft--lichen Buchhaltung unter die Gegenstände des obligaten Unterrichts.

2) Dieses Moment trat im Beginne der Bewegung so ausschließend in den Vordergrund,daß es auch den wichtigsten Eintheilungsgrund für die Lehranstalten darbot.

2) Wie wenig dieses Zugeständnis bedeuten wollte, thut am besten der Umstand dar, daßin einem zehnjährigen Durchschnitte jene 4 Gymnasien mehr als zur Hälfte Schüler deutscherund nur zu V» Schüler ungrischer Nationalität zählten.

5 Dabei sollen die Schüler der gemischten Gymnasien so abgetheilt werden, daß aus zweroder mehreren Classen jene, welche eine größere oder geringere Fertigkeit im Ungrischen besitzen,gruppirt werden und gemeinsamen Unterricht erhalten. So sollen die Schüler der 1. und 2.Classe in Anfänger und Vorgeschrittene, jene der 3. bis 5. Classe in Anfänger, Fortschreitende