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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Oesterreich.

ZOO400 fl., jene der Lehrer 150300 fl., der Gehülfen 100150 fl. Wo immereine höhere Dotation bereits eingeführt ist, hat es dabei sein Verbleiben."

Die nächste Leitung des Unterrichts nnd der Zncht wird dem Ortsseelsorger alsSchulvorstcher übertragen, ,und nur an einer Hauptschule beileidet der Director dasAmt des unmittelbaren Vorstands; in jedem Decanate (Vicariate) wird ein geistlicherDistrictsdirector bestellt. Letzterer wirkt mit dem weltlichen Jurisdictionsbcamten inder Aufsicht über die politisch ökonomischen Gegenstände des Schulwesens zusammen,lieber Leiden steht das Kreisamt, welches seinen Einfluß durch seine Administrativ-beamten übt. Die Berichte desselben gehen, mit dem Gutachten der Diöcesanbehörde,an die Laudesstudienbehörde, bei welcher ein ObersHuldirector so diel möglich ausdem geistlichen Stande sungirt."

Alle nicht ausdrücklich einer Modification unterzogenen Bestimmungen der Schul-ordnung Felbigers bleiben in Kraft."

Man schritt auch sofort zur Verfassung neuer Schulbücher*), und bcrieth mitdem griechisch-katholischen Bischöfe Angelowicz^) nnd dem israelitischen Oberschul-director Herz Hombergs) die Ausdehnung jener Maßnahmen ans die betreffendenGlaubensgenossen. Allein obwohl im Dec. 1799 der letzte der zahlreichen Commissions-berichte erstattet wurde*), dauerte es doch mehrere Jahre, bis der Monarch seineEntscheidung über die gesummten Anträge fällte. Zuerst wurden (1802) sämmtlicheStudienconsessc aufgehoben, nnd die Lehrcrdersammlungen auf eine bloß berathendeThätigkeit beschränkt. Am 10. Fcbr. 1804 folgte sodann der Plan einerkünftigenVerfassung und Leitung des ganzen deutschen Schulwesens," woraus endlich am11. Aug. 1805 jener Schulcodex erwuchs, welcher unter dem NamenpolitischeVerfassung der deutschen Volksschulen" in vielen Beziehungen noch jetzt dieZustände derselben beherrscht. °)

Da von seinem Detail eben deshalb in der Folge die Rede sein muß, genügthier eine Nebersicht der charakteristischen Grundzüge in der Reihenfolge des Ge-setzes selbst.

Die unmittelbare Aufsicht über jede Trivialschule und auf dem Laude auchüber jede Hauptschule ist dem Ortsseelsorger anvertraut die nächst höhere sollenausgezeichnete Schulmänner unter den Pfarrern, namentlich die Districtsdechanten, führen.

(> Hierbei wirkte mit: Domherr Alexander Parilek, einst Kindermanns Liebling undDirector der Prager Normalschule, der Krcisschulcommissär Wülfling und der KornncuburgerHauptschuldirector Franz Gab eis (später Secretär des Wiener Magistrats und sehr fruchtbarerSchriftsteller über Localdenkwürdigkeiten >.

*) Anton Angelowicz, schon als Rector des Lemberger griechisch-katholischen Seminarshöchst einflußreich sür die ganze griechisch-unirte Geistlichkeit des Kaiserstaats, später Bischof vonPrzemysl, im Jahre 1808 erster griechisch-katholischer Metropolit und Lemberger Erzbischof.

0 Herz Homberg, ans einer böhmisch-jüdischen Familie entsprossen, Zögling mehrerer an-gesehenen Rabbinatöschnlen, Erzieher im Hause Moses Mendelssohns, im I. 1784 zur Ober-leitung der deutsch-jüdischen Schulen in Galizien berufen, Verfasser der moralisch-religiösen Lehr-bücher Imrs Leübt'sr, Lus Zion und Leu lalcir, starb im S2. Jahre als K. K. (Titular-iSchulrath zu Prag am 24. August 1841.

*> Die Errichtung einer kaiserlichen Akademie der Wissenschaften wurde dabei als Schluß-stein des gesammten Studiengebändes stark betont.

0 Von Zeit zu Zeit erschienen neue Ausgaben dieses Buches durch die inzwischen er-flossenen Abänderungen und Zusätze verbessert; die letzte (nennte) im I. 1847, welche imI. 1859 einen neuen völlig unveränderten Abdruck erfuhr. Die in den nächstfolgenden Anmer-kungen citirten Stellen sind demPlane" entlehnt, welcher dem Schulcodex zur Motiviruug diente.

0Dieser ist nicht nur deshalb dazu geeignet, weil der Religionsunterricht der Haupttheilder Belehrung in Volksschulen ist, sondern auch weil der geistliche Stand vermöge seines Berufesdem Staate beim Lcbramte überhaupt dienen soll und darin vormals auch am meisten ge-dient hat."