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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Niemeyer.

halbdie Wiedergeburt der jungen Welt zu neuem höherem Leben" nur von den Turn-plätzen erwartet. Was dem Buch noch besonderen Werth verleiht, ist die sorgfältiggesammelte Uebersicht der pädagogischen Literatur, die Wohl nirgends sonst in gleicherVollständigkeit zu finden ist.

Wir ergänzen noch die biographische Skizze. Einen Ruf des Ministers v. Massownach Berlin hatte Niemeyer schon 1804 abgelehnt, dafür wurde er zum wirklichen Ober-consistorialrath und Mitglied des Berliner Oberschulcollegiums als abwesender Rath desCultdepartements ernannt. Da kam die schwere Zeit von 1806 herbei. Niemeyer wareben auf einer Reise in Holland begriffen, als die Schlacht bei Jena geliefert, Hallebesetzt und die Universität geschlossen wurde. In seinen zwei Häusern war NapoleonsGeneralstab einquartiert. Die Anstalten wurden schwer betroffen. Nach seiner Heim-kehr lebte er zurückgezogen seinem Berufe an denselben, als er den 18. Mai 1807plötzlich mit vier andern preußischen Patrioten arretirt und nach Frankreich deportirtWurde. Den Grund seiner Wegführung erfuhr er nie. In Paris indessen machte ermehrere Bekanntschaften, deren Einfluß er zu Gunsten seiner Vaterstadt später so er-folgreich zu verwerthen wußte, daß er sein Exil selbst als eine fast providentielle Fügungbetrachtete. Dasselbe währte bis in den October. Halle wurde nun dem KönigreichWestphalen einverleibt. Da ergieng an Niemeyer von dem Minister v. Stein dasglänzende Anerbieten, bei der neuen Organisation der preußischen Staatsbehörden andie Spitze der beiden Departements des Cultus und Unterrichts als Geheimer Staats-rath zu treten, in welcher Eigenschaft er mit dem Ansehen und den Attributionen derMinister ausgestattet im Kabinet des Königs Zutritt und Stimme in seinem Amtsbe-reich haben sollte, ihm auch die Wahl seiner Räthe überlassen worden wäre. DieserAntrag brachte für ihn die schwerste Collision mit sich. Niemeyer war von ganzerSeele ein Preuße, im Genüsse der persönlichen Gunst des Königs, von der Königinhoch geschätzt, von den Ministern stets ausgezeichnet. Aber er war auch ganz der Sohnseiner Vaterstadt Halle, mit allen Fäden seines Lebens an die Universität, durch alleTraditionen seiner Familie an die Franckeschen Anstalten gekettet. Mit schwerem Herzenriß er sich von Preußen los. Dieser Schritt zog ihm viele ungerechten Verdächtigungenzu. Indessen was er für das große Vaterland sein konnte, stand nicht im Verhältniszu dem, was sein Austreten für Halle, für das ihm vertraute Kleinod der Stiftungenmit sich gebracht hätte. So wurde sein Entschluß auch von zuständiger Stelle beurtheilt, undder König selbst ließ seinen Motiven Gerechtigkeit widerfahren. Auch hörte er nie auf,seine Verehrung für das preußische Königshaus offen zu bekennen, wie in der Wid-mung der sechsten Auflage der Grundsätze 1810 an den König, und der elegische Ton,der sich durch seineFeierstunden während des Kriegs" (1808, 1809) durchzieht, läßtden Ernst und die Gewissenhaftigkeit ahnen, womit er seine Lage auffaßte. DasWerk der Rettung war nun seine Aufgabe. Der erste Schritt hiezu war die von ihmverfaßte Vorstellung an Napoleon, worin im Interesse der Studenten, der Lehrer, derInstitute, der Stadt Halle die Herstellung der Universität von der Gerechtigkeit undGroßmuth des Kaisers erbeten wurde. Mehr wirkte er durch seine Verbindung mitden Ministern und anderen einflußreichen Personen in Kassel und als er, von dem aka-demischen Senat mit Voigtel unter die zur Huldigung berufenen Deputirten gewählt,den 23. Dec. 1807 dem König Jerome vorgestellt wurde, sprach dieser die Fortdauerder Universität aus, wie sie darauf den 1. Jan. 1808 decretirt wurde. Niemeyer wurdedafür, daß er den Ruf nach Preußen ablehnte, zum Kanzler und Rector xsrpstuusernannt, ein Amt, das er ebenso human, als durch Geschäftskunde und persönliche Gunstdes Königs unterstützt, 9 Jahre lang ersprießlich verwaltete. Bei dem ersten Besuch desKönigs in Halle wirkte er gleich reichliche Mittel für Universität und Stiftungen aus.Auch als Ständemitglied von 180810 arbeitete er für diese Zwecke mit Erfolg. Baldaber wurde seine Stellung schwierig. Die Universität wurde als preußisch gesinnt ver-dächtig. Die Gefahr, welche 1809 der Anmarsch Schills und des Herzogs von Braun-