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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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196
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IW

Neander.

gleichzeitigen Pädagogen sich anszeichnet und auf welcher zugleich vorzugsweise der nachhaltigeEinfluß zu suchen ist, Leu er auf spätere Generationen ausübte; cs ist dies der Eifer,mit welchem er sich bemühte, vor allem durch Abfassung brauchbarer Schul-bücher die uothwendigsten Unterrichtsmittel für die neue Pädagogik im Geiste desevangelischen Humanismus zu schaffen. Wie weit dieser Eifer von seichter Vielschreibereientfernt war, wie sehr er vielmehr auf der ausgebreitetsten und gründlichsten Sach-kenntnis beruhte, davon liegt das kräftigste Zeugnis in der 340 S. umfassendenVorrede zu den bleotsmata tingnav Oravoav, welche von alten und neuen Bibliothekenund von den Werken, Handschriften und Büchern aus dem Gebiete der weltlichen undkirchlichen Literatur handelt. Es ist dies eine Arbeit von einer solchen bibliographischenGelehrsamkeit, daß ihr keine andere ans jener Zeit an die Seite zu setzen sein wird;und man muß sie um so mehr bewundern, wenn man sieht, wie der Verfasser in demltatalvAus, welchen er den blrotvmata linguas ÜLbraenv angehängt hat, eine gleicheBekanntschaft mit der hebräischen und der an diese sich anschließenden Literatur derübrigen semitischen Dialekte verräth. Nach Havemann waren bei N.'s Tode 39 Werkevon ihm gedruckt und außerdem waren noch 14 handschriftlich vorhanden, Zahlen, welchesich noch bedeutend höher stellen, wenn man die einzelnen Werke zählt, welche zuweilenvon sehr verschiedenem Inhalte, unter einem Haupttitel oder auch nur unter einemEinbande zusammen herausgegeben worden sind. N. selbst kann schon 1565 im Anhängezu den Lrotvmata linA. Oravo. 1t) bereits gedruckte und 17 drucksertige Schriften an-führen, unter welchen letzteren sich namentlich die Uebersetzungen griechischer Klassikerdes Homer, Hesiod, Pindar, Theokrit, Apollonius u. a. finden. Ein vollständigeresVerzeichnis seiner Schriften findet sich bei Leuckfeld in den ^.ntignitates Illvlävnsssund in der Fortsetzung von Lochers Gelehrtcnlexicon. Für unseren Zweck genügtes, die in bestimmter pädagogischer Absicht verfaßten Werke oben an ihrem Orteangeführt zu haben, welche, zum Beweise ihres weitverbreiteten und nachhaltigenEinflusses, meist mehrmals aufgelegt worden sind. Was nun Inhalt und Art dieserBücher angeht, so hat dl. in der lateinischen Grammatik, wie in der Rhetorik undDialektik, die grundlegenden aber für das Bedürfnis der Schüler zu ausführlichen undzu wissenschaftlich gehaltenen Kompendien Melanchthons für den Gebrauch der Schulezu vereinfachen und zu popularisiren versucht. Seine verschiedenen Sammlungen vonStellen der Klassiker gieugen der Theorie zur Seite, um die Sprache praktisch einzu-üben und zugleich den Schülern allerlei nützliche Kenntnisse mitzutheilen. In letztererBeziehung bilden diese Sammlungen den llebergang zu den Anthologiecn von Weisheits-sprüchen, welche N. unter dem Namen einer lÄbivo votsrnm herausgegebeu hat. DieseAnthologieen sind besonders charakteristisch für den Standpunct jener Zeit. Einmalnämlich zeigen sie, in wie hohem Grade man das elastische Alterthum als die eigentlicheFundgrube aller Lebensweisheit betrachtete, und dann, in wie unmittelbarer und voll-ständiger Abhängigkeit mau sich von den alten Schriftstellern befand, so daß man wederdazu kam, dem von ihnen Ueberkommenen etwas von dem Eigenen hinzuzuthun, noch demüberlieferten Stoff auch nur eine neue, den Anforderungen der veränderten Zeit ent-sprechende Form zu geben. Es hatte dies einen doppelten Nachthell zur Folge. Aufder einen Seite wurde durch die Absicht, aus dem Schatze der alten Literatur denSchülern zugleich auch etwas im praktischen Leben unmittelbar Verwendbares zu bieten,die Rücksicht auf die Classicität und aus die Verständlichkeit der Schriftsteller znrückgc-dräugt: während z. B. Homer in den Hintergrund tritt, werden Epigonen zweiten unddritten RangeS und Pindar zur Schullectüre verwandt. Und auf der andern Seitebemüht man sich nicht einmal, die Weisheitssprüche der Alten auch nur nach einergewissen Sachordnung zusammenzustellen: wie in der biblischen Ethik die Sprüche nachder Reihenfolge der biblischen Bücher folgen, so stellt N. auch die Stellen der Klassikernach den Schriftstellern, welchen sie entnommen sind, ganz äußerlich nebeneinander, vondem Boden, aus welchem sie verpflanzt worden sind, hängt ihnen so zu sagen die Erde