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6 (1867) Philologie, classische - Reformation
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Quintilianus.

Schlußworte: guaproptör, ut res körst, üsctstur oratio, manontö üonsstu voiuntntv)-aber solche Abweichungen vom Princip machte die Rücksicht auf die gerichtliche Praxis,auf welche vor allem vorzubcreiten war, fast unvermeidlich, und Stellen, wie die ange-führten, Werden den Eindruck, den das Ganze macht, nicht verkümmern können, daßwir es mit einem Manne zu thun haben, der aller Bildung sittlichen Halt und Werthzu verleihen und die Beredsamkeit zu einer sittlich wirkenden Macht zu erheben strebte.Eben deshalb weist er auch mit großem Ernste darauf hin, daß die Beredsamkeitgerade wegen ihrer Lostrennung von der Ethik erschlafft und gesunken sei, wie auchwieder die Philosophie, welche diese für sich in Anspruch genommen, durch die Schei-dung von Lehre und Leben in widrige Heuchelei sich verloren habe. Als ein besondresMoment ist 3) hervorzuheben, daß er zu den Vorbildern der altern Zeitzurückstrebte. Darum seine fast enthusiastische Empfehlung Ciceros, den die Neuererso leidenschaftlich verwarfen und so völlig schon überboten zu haben glaubten, währendsie doch in große Extravaganzen gerathen waren. Aber er ist nicht befangen im Ur-theil über seine Zeitgenossen, au denen er auch Gutes aufzufinden weiß, und voll Hoff-nung für die Zukunft, für welche auch er gearbeitet zu haben überzeugt war (X, 1,122). Ueber seine Stellung zu L. Seneca hat er in der unzweideutigsten Weise sichausgesprochen (X, 1, 125131); es bedarf kaum der Bemerkung, daß sein Urtheilfast ausschließlich den Stilisten angcht, auf den feinen, geistreichen, originellen Denkeraber nicht bezogen werden darf.

Auf wunderbare Weise wirken bei Quintilian vielseitige Lebenserfahrung undaußerordentliche Belesenheit zusammen. Er ist immer wieder zunächst ein Mann derSchule; aber er läßt jene oft in der treffendsten Weise zur Anwendung kommen, undvon dieser hat er nicht leicht pedantischen Gebrauch gemacht. Was Leben und Lectüreihn gelehrt haben, das ist in ihm selbst lebendige Bildung geworden, aus deren Fülleer dann an jeder Stelle das gerade Angemessene leicht und frei mittheilt. Man kannWohl nicht sagen, daß er, wie groß anch immer sein Ernst ist, das Leben in idealemSinne fasse, daß seine Anschauungen vom Leben ein starker und kühner Geist bestimme,daß er bei klarer Einsicht in die rings hervortreteuden Uebelstände eine Regenerationvon innen heraus für weitere Kreise in's Auge gefaßt habe; aber oft redet inseinem Werke zu uns ein wahrhaft humaner Sinn, ein warmes, tief empfindendesHerz. Seine Belesenheit aber hat er aus gründlichem Studium des Besten, was diegriechische und die römische Literatur ihm dargeboten, und je mehr er bemüht gewesenist, das Gelesene aus seinen Beruf zu beziehen, desto gewisser ist in jedem Momentegerade das, was er braucht, ihm gegenwärtig. So haben wir nun auch in seinemWerke eigentlich niemals bloß dürre Theorie, sondern Erfahrungssätze, Beispiele, An-wendungen, Vergleichungen überall neben der Regel, die oft selbst wieder aus Beob-achtung und Erfahrung wie ein Lebendiges sich ihm ergeben hat.

Und doch ist sein Werk durchaus systematisch und nach einer bis in das einzelnegenauen Disposition durchgeführt. Die im allgemeinen gewählte Ordnung bezeichneter selbst in folgenden Worten: Uibör Minus oa, guas sunt ants oktieium rbetoris,continedit. Lösunäo prima axuä rbötorem ölömsnta öt guas äs ipsa rbstoriees sub-stantia guusruntur, trnotabimus. (juingus äsinesps invontioni, num buis st äispo-sitio subsunAitur, guatuor slosutioni, in ousus partöin msmoria ao pronuntiatiovsniuut, äabuntur. Unus aosöäst, in guo nobis orator ipso inkonnimäus sst, ut guiinorss ssus, gus.6 in susoixisnäis, äisssuäis, NAöuäis onusis ratio, guoä ölognöntinsAsnus, guis a§snäi äsbsut össs ünis, guas post ünoin stuäia, guuntuin nostra valsbitinürmitas, äissöramns. Obgleich nun auch hieraus sich ergiebt, daß in pädagogischerBeziehung besonders die beiden ersten Bücher wichtig sind; so wird doch kaum die Be-merkung nöthig sein, daß auch die übrigen Bücher dem Pädagogen viele anregendeEinzelnheiten darbieten und selbst in denjenigen Abschnitten, welche in die kleinen Ge-heimnisse rhetorischer Kunst einsühren sollen, bald da bald dort fruchtbare Gedanken