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6 (1867) Philologie, classische - Reformation
Entstehung
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Quintilianus.

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uns entgegentreten. Wie anziehend für den Bereich der höhcrn Studien auch daszehnte und das zwölfte Buch sind, ist vielfach anerkannt worden.

Sollen wir nun noch specieller auf den reichen Inhalt des Werkes eingehn? Esist fast unmöglich, wenn wir nicht auf dürftige Notizen uns beschränken und so demWerke selbst Unrecht thun wollen. Ebenso wenig dürfte es in der Kürze möglich sein,den Zusammenhang nachznweisen, in welchem Qnintilian mit früheren Lehrmeisternsteht, oder die Puncte zu bezeichnen, wo ein moderner Pädagog über Lücken sich be-klagen kann. Gewiß darf inan sagen, daß das erste Buch, wie kein andres aus demAlterthume uns erhaltenes, die Leitung und Pflege des kindlichen Lebens behandeltvon den ersten Einwirkungen an bis zu dem nach mehreren Seiten sich ausbreitendenUnterrichte" und was er so über die nächsten Pflichten der Eltern und ihrer Stell-vertreter, der iblutrieos und iLuoäussogl, über die Spiele der Kinder, über den Elementar-unterricht, über die Vorzüge des öffentlichen Unterrichts vor dem häuslichen, über dieBerücksichtigung der Individualität, über die Anfänge des Sprachunterrichts, über diegleichzeitige Behandlung mehrerer Unterrichtsgegenstände rc. in gedrängtester Fassungdargeboten hat, das wird auch erfahrene Pädagogen znm Nachdenken und Vergleichenanregen können. Aehnliches gilt aber auch vom zweiten Buche, in welchem die Anfängedes rhetorischen Unterrichts behandelt werden, und hier sind es besonders die Capitel<ie inoridus 6t otüeiis prueeoxtoris und äe lootstouo orutoruiu ot lststorlooruiu upuärlietorem, welche der Beachtung des Pädagogen Werth erscheinen. In kurzen, knappenSätzen ist da ein Schatz pädagogischer Erfahrung und Einsicht niedergelcgt; ja mankann sagen, daß in diesen Sätzen eben so viele Ueberschriften für sehr ausführlicheExpositionen gegeben sind, und sein eigenes Lehrerherz erschließt uns Quintilianus inden Worten: sumut ante omula (praoeextor) parentis ergu äiscstpulos suos uulinuwae suooeäero 86 in ooruin loeuin, a gulbus sllst liberl trackantnr, exlstlmot. Wennin den folgenden Büchern vieles bis ins einzelne behandelt ist, was unsrer Bildungs-weise und unsrem Bedürfnis ferner liegt, so darf doch nicht übersehen werden, daßauch in diesen für Stilistik, Gedächtnisübungen, Vortrag Anweisungen vorliegen, vondenen wir noch guten Gebrauch machen können. Anderes erscheint uns nur darum zuumständlich oder ganz entbehrlich, weil wir es mit der Behandlung der Sprache, zumalder Muttersprache viel weniger ernst nehmen, als jene Alten, die allem, was ihnenLlogueutiu in weiterem Sinne war, eine vom natürlichen Schönheitsgefühle geleiteteAufmerksamkeit und Sorgfalt widmeten.

Quintilianus hat in langen Jahrhunderten keinen Nachfolger gehabt, der ihm ver-glichen werden könnte. Der anspruchsvolle Repräsentant der Redekunst in der zunächstfolgenden Zeit, Ml. Cornelius Fronto, steht schon tief unter ihm (vgl. Roth Bemer-kungen über die Schriften des M. Cornelius Fronto und über das Zeitalter der Un-terster ^München 1817) 5 tk.). Wie die lustltutic» oratorla von späteren Rhetorenbenützt wurde, zeigt die von Angelo Mai 1822 herausgegebene und dann auch für dieKritik jener benützte idrs rüetorieu des wahrscheinlich gallischen Rhetors C. JuliusVictor (vgl. Holster (juusstlouos (juiutillaneuo, im Progr. der Nitterakademie zuLiegnitz von 1860 19 L). Noch im Zeitalter der Karolinger war das Werk Qninti-lians bekannt (Lervuti I,upl epp. 62 und 103), obwohl selbst Alcuin seiner nirgendsgedenkt (vgl. Heeren Geschichte des Studiums der classischcn Literatur I, 111 k>).Dann freilich blieb es Jahrhunderte lang vergessen, bis Poggio im Kloster St. Gallenzur Zeit des Costnitzer Concils einen Codex desselben auffand uälruo sulvum otlueoluinem, Plenum kamen situ ot pulvere sgualentem, und das Zeitalter der Re-naissance erkannte in Quintilian gern wieder einen Lehrmeister, der aus sprachlicherBarbarei heraushelfen könne. Die erste Ausgabe erschien zu Rom im Jahre 1470,welcher ebendaselbst noch in demselben Jahre eine zweite folgte; andre schlossen nochvor dem Ende des Jahrhunderts sich an. Nene brachte das sechzehnte, wo auch in denSchulen oratorische Hebungen wieder eine so breite Stelle einnahmen. Das Lieelo lls