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6 (1867) Philologie, classische - Reformation
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Philosophische Propädeutik.

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ständen folgen zu lassen. Den unter 8) und 4) genannten Stoff scheint er im Reli-gionsunterrichte behandelt haben zu wollen. Zeit soll durch Verringerung der für densogenannten" Unterricht im Deutschen bestimmten Stunden gewonnen werden. (Vgl.Mager,die phil. Propädeutik auf Gymnasien" in der Revue, 1. B., S. 209 ff.)

Die Sammlung der Hegel'schen Werke enthält noch einen zweiten Aufsatz, der sichauf unfern Gegenstand bezieht:Ans einem Briefe vom 23. October 1812 an Niet-I Hammer," (Werke, XVII, S. 333). Die Ansichten, die dort über den in der philo-

sophischen Propädeutik zu behandelnden Stoff ausgesprochen werden, liegen der vonRosenkranz heransgegebenenphilosophischen Propädeutik" (Hegels Werke, XVIII.Band) zu Grunde und sind von Hegel bei seinem Unterrichte am Gymnasium zuNürnberg befolgt worden. Nach ihnen ist der Unterricht auf drei Jahre auszudehncn,so daß dem ersten Jahre Rechts-, Pflichten- und Religionslehre, dem zweiten Phäno-menologie des Geistes und Logik, dem dritten Begriffslehre und philosophische En-cyllopädie zufällt. Ausführlicher als in dem Gutachten spricht sich Hegel in diesemAufsatze über die Methode des philosophischen Gymnasialunterrichts ans. Das philo-sophische Studium soll wesentlich auf den GesichtSpnnct gerichtet werden, daß dadurchetwas gelernt, die Unwissenheit verjagt, der leere Kopf mit Gedanken und Gehalt er-füllt und die natürliche Eigenthümlichkeit des Denkens, d. h. die Zufälligkeit, Willkür,Besonderheit des Meinens vertrieben werde. Der philosophische Inhalt habe in seinerMethode drei Formen: die abstracte, dialektische und speculative. Speculativ denkenzu lernen, sei als das Ziel anzuseheu; die Vorbereitung dazu sei das abstracte unddann das dialektische Denken, ferner die Erwerbung von Vorstellungen speculativenInhalts. Da der Gymnasialunterricht wesentlich vorbereitend sei, so werde er vor-^ nehmlich auf diese Seiten des Philosophirens hinzuarbeiten haben. Die Nichtüberein-

stimmung der in dem Schreiben an Niethammer und der in dem Gutachten niederge-legten Ansichten kommt für uns nicht sehr in Betracht. Sie erklärt sich genügenddaraus, daß Hegel in der Zeit von 1812 bis 1823 seine Erfahrungen in Beziehungauf die Reife der Gymnasialjugend für philosophische Studien vervollständigt hatte(Rosenkranz, Vorrede zur Propädeutik, S. XIV). Auch enthält der für Niethammerbestimmte Aufsatz gcwißermaßen nur eine Kritik der in dem von Niethammer für die bay-rischen Gymnasien ansgearbeitetenAllgemeinen Normativ" von 1808 enthaltenen be-züglichen Bestimmungen. (Vgl. Encykl. I, S. 445.) Nicht übergehen dürfen wiraber, daß Hegel die Frage, ob die Gymnasien einer besondern pH. Pr. bedürften, imI. 1812 keineswegs unbedingt bejahte. Er schrieb darüber in der Einleitung desBriefes an Niethammer:Eine Schlnßbcmcrlnng fehlt übrigens noch, weil ich darübernoch uneins mit mir selbst bin, nämlich, daß vielleicht aller philosophische Unterrichtaus Gymnasien überflüssig scheinen könnte, daß das Studium der Alten das der Gym-nasialjngend angemessenste und seiner Substanz nach die wahrhafte Einleitung in diePhilosophie sei." Für die pH. Pr. spricht ihm nach dem weiter unten Gesagtendieganz gelehrt werdende und zur Wortweisheit tendirende Philologie,"die Wort-,kritische und metrische Gelehrsamkeit," die an der Tagesordnung sei und bei der die^ Philosophie ziemlich leer ausgehe. Ob Hegel im I. 1823 sich unbedingt für die

pH. Pr. entschieden hatte, läßt sich aus demGutachten" nicht mit Bestimmheit ent-nehmen, da die ihm vorgelegte Frage keine Veranlassung bot, sich darüber zu äußern,sondern vielmehr die Nothwendigkeit des vorbereitenden philosophischen Unterrichtsvoranssetzte.

Welch großes Gewicht das Ministerium Altenstein ans Hegels Gutachten legte,geht aus dem Rescripte vom 14. April 1825 (Rönne, das Unterrichtswesen despreußischen Staates II. S. 205 sf.) hervor. In dasselbe sind die von Hegel ansge-, sprochenen Ansichten fast wörtlich übcrgegangen. Angeordnet wurden durch dieses

Nescript die philosophischen Vorbcreitnngsstudien für solche Gymnasien, an denen sichgerade ein für diesen Unterricht fähiger und einsichtsvoller Lehrer finde. In diesen