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6 (1867) Philologie, classische - Reformation
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Philosophische Propädeutik.

sollten für die beiden obersten Elasten wöchentlich höchstens zwei Stunden auf die pH.Pr. verwendet, die Schüler jedochfür jetzt nur in den Elementen der Logik und dersogenannten empirischen Psychologie" unterrichtet werden. Nach Wieses Mittheilung(a. a. O. S. 129 Amu.) begnügte man sich meist mit einer wöchentlichen Stunde. Im Reglement für die Prüfung der zu den Universitäten abgehendcn Schüler vom4. Juni 1834 finden wir die pH. Pr. unter die Gegenstände der mündlichen Prüfungaufgenommen und den Examinatoren die Aufgabe gestellt, zu ermitteln,ob die Exa-minanden eS in den Anfangsgründen der sogenannten empirischen Psychologie und dergewöhnlichen Logik, namentlich in den Lehren von dem Begriff, dem Urtheile und demSchlüße, von der Definition, Eintheilung und dem Beweise zu einem klaren unddeutlichen Bewußtsein gebracht haben (Rönne II. S. 270). Wie schon in dieser Be-stimmung die Verpflichtung zur Aufnahme der Pr. in den Lehrplan ausgesprochenlag, so erschien sie auch ganz bedingungslos als ein intcgrirender Theil des Lehrplansin derallgemeinen Ueberstcht der für die Gymnasien angeordneten Lehrgegcnständeund der jedem Lehrgegenstande in jeder Elaste zu widmenden wöchentlichen Stundenzahl"(Rönne, II. S. 156), welche dem durch die Lorinser'schcn Beschuldigungen hervorge-rufcnen Ministerialrescripte vom 24. Oct. 1837 beigegeben war. Jedoch finden wirsie dort im Gegensätze zu den 1825 erlassenen Bestimmungen auf Prima (mit zweiwöch. Stunden) beschränkt. Ein zwei Jahre späteres Ministerialrescript (vom 25. Nov.1839, Rönne, II. S. 207) klagt darüber, daß die Nothwcndigkeit eines propädeutischenUnterrichts in der Philosophie auf Gymnasien und das Verhältnis dieses Unterrichtszum ganzen Gymnasialunterrichte noch immer verkannt werde, und empfiehlt dem ge-genüber den in Brzoskas Centralbibliothek (Jahrg. 1839, Juniheft S. 723) erschie-nenen Aufsatz Deinhardtsüber die Berechtigung' der philosophischen Propädeutikim Gymnasialunterrichte" zur Beachtung. Auch abgesehen von dieser Empfehlung, istes dieser Aufsatz Werth, eingehender besprochen zu werden.

D einh ardt sagt:Alle Einwürfe gegen die philosophische Propädeutik lasten sichauf folgende Alternative reducircn. Entweder, sagt man, ist die pH. Pr. das, wasihr Name andeutet, eine Vorbereitung und Einleitung zu der eigentlichen Philosophie,und dann ist sie überflüßig, da der ganze Gymnasialunterricht nichts anderes ist, alseine reichhaltige und allseitige philosophische Propädeutik, oder sie ist schon reine Phi-losophie, und dann übersteigt sie den Horizont des Gymnasiums. In der Thatmuß beides zugegeben werden." Alan erwartet auf Grund des in den letztenWorten liegenden Zugeständnisses den weitern Nachweis, daß die Berechtigung der pH.Pr. als eines besonderen Unterrichtsfaches zu bestreiten sei, und eine Erörterung derFrage, wie die übrigen Unterrichtsfächer zu betreiben seien, um in Wahrheit in ihrerGesammtheit eine pH. Pr. zu werden. Deinhardt aber folgert aus der Nichtigkeitjenes Einwurfs die Nothwcndigkeit,den Inhalt und die Methode dieser Disciplin undihren ganzen Standpunct im Gymnasialunterricht und ihr Verhältnis zu den übrigenObjecten festzustellen." Wenn er sodann zu dem Ergebnisse kommt,daß die pH. Pr.ein zweckmäßiger, ja nothwendigcr Abschluß des gesammten Gymnasialunterrichts undein Vermittlungsglied des letztem mit dem Universitätsstudium ist und daher, wie dieandern Unterrichtszweige, und zwar den wichtigsten und wesentlichsten gleich gehegt undgepflegt werden muß:" so scheint er uns damit die Nichtigkeit jenes Einwnrfs nichtbewiesen, sondern widerlegt zu haben, indem er eben zeigt, daß eine pH. Pr. imeigentlichen nnd wahren Sinne nicht überflüßig ist, wenn sie nur nicht als ein den übrigenUnterrichtsfächern coordinirtes, sondern als ein sie alle in ihrer Gesammtheit ab-schließendes, zur Einheit zusammenfassendes Unterrichtsfach betrieben wird. Gehen wirjedoch darüber hinweg nnd folgen wir Deinhardt zur Beantwortung der Frage, welchesder Gegenstand der pH. Pr. sei,da er doch nicht eigentliche Philosophie nnd doch auchetwas anderes, als was das Gymnasium sonst bietet, sein soll." Er entscheidet sichmit dem oben erwähnten Abiturientenprüfungsreglement fürempirische Psychologie"