Philologie.
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höheren Gelehrlenschulen der classischen Philologie eine Zufluchtsstätte und einen neuenruhmvollen Schauplatz eröffnet. Ja eben in der Reihe jener großen Staatsmännertreffen wir wie einst in den Tagen eines Varro, Cicero, Cäsar, Philologen erstenRanges wie die Donsa, die Heinsius, den Hugo Grotius u. a. tief verflochten in diepolitischen und religiösen Kämpfe der Zeit. Diese sowohl als andere, wie Justus Lipsius,G. I. Vossius, Meursius, Joh. Friedr. und Jacob Gronovius, Junius, Grävius,Cuper, PerizoniuS, Burmann u. a. umfaßten das Gebiet der Philologie noch im Sinneder polyhistorischen Richtung der französischen Philologen, indessen mit einer gewissenVorliebe für das römische Leben und mehr sammelnd (vgl. die tllosauri autiguitatisvon Gronovius und Grävius) als schaffend.
Allmählich trat an die Stelle dieser universellen Richtung eine beschränktere, derExegese und Kritik zugewendete Tendenz, welche die reale Seite des Alterthums zurück-stellte. Dahin zählen wir Drackenborch, Oudendorp, Wesseling, Duker, dann Hemster-huys, Valkenaer, Lennep, Ruhnken, Wyttenbach bis auf van Heusde und Hofmann-Peerlkamp. * **) ) — Von Hemsterhuys an gelangte die griechische Sprache und Literaturwieder zur Gleichberechtigung. Neben umfassendem Wissen, Fleiß, Gründlichkeit undScharfsinn charakterisirt die späteren Philologen dieser Schule im Gegensatz zu denälteren eine gewiße Abkehr von den übrigen geistigen Bewegungen der Zeit, dem litera-rischen, politischen, philosophischen, religiösen Leben in den Nachbarländern, in welchesie im übrigen einen reichen Samen philologischer Entwicklung auSstreuten. In einerArt von gelehrtem Stillleben pflegten sie besonders die sprachliche Seite der Philologieund haben auch im Gebiete der lateinischen Poesie vieles mit Freiheit und feinemGeschmack geleistet, wodurch sie aber auch „gegen die Einwirkungen der modernen Bil-dung und Poesie abgesperrt worden sind".*'*) So erklärtes sich auch, daß die Holländerkeine Entwicklung einer Nationallitcratur wie ihre Nachbarn aufzuweisen haben.
In England dagegen konnte unter den politisch-religiösen Bewegungen währenddeS 16. und der größeren Hälfte des 17. Jahrhunderts die klassische Philologie nichtzur Blüte gelangen, obwohl es nicht an geschmackvollen Kennern des Alterthumsfehlte, unter welchen der Kanzler Heinrichs VIII., Thomas Morus, zu nennen ist, diephilologischen Studien am Hofe der »Königin Elisabeth und Jakobs I. eifrig gepflegtund unter dem Einflüsse der Reformation die bereits früher gegründeten großen Stifts-schulen in Winchester und Eton durch eine Anzahl neuer (Westminster, Rugby, Har-row u. a.) vermehrt wurden. An der Spitze der philologischen Studien in Englandwährend der letzten zwei Jahrhunderte steht neben andern verdienten Männern, wiedem gelehrten Buchdrucker und Grammatiker Thomas Ruddimann — Richard Bentley,ein etwas jüngerer Zeitgenosse von Isaak Newton. Der deutsche Gelehrte Fabriciushat ihn den englischen Varro genannt. Wenn er diesem wegen seiner umfassenden Ge-lehrsamkeit und Vertrautheit mit dem Altcrthum an die Seite gestellt werden kann, soüberragt er ihn doch bedeutend als Kritiker durch Geist, Scharfsinn, Methode. EineReihe von Zeitgenossen wie Ainsworth, Middleton, Blackwall, Clark, mit denen er zum
*) Bezeichnend für diese Richtung ist das sloginnr llsiusterbnsii von Ruhnken spraokat.)und die vitn Rulinlrenii von Wyttenbach.
**) Bernhardy, Grundriß der röm. Literatur S. 141. Anm. 94. Die Nnimosität, womitdiese Philologen besonders philosophische Studien betrachteten, finden wir stark ausgedrückt ineinem Briefe Wyttenbachs nü lJnräenirnn: ^ego näolesesntibns, inetnpb^sion ksbri äslirnn-tibus ignoseo, ezni enäeni et ipso aäoleseentnlns äelirnvi. It.n eniin natura kort, ntgnisgne lioino seine! aut suininunr itsruin in vita, veluti eorpore variolis, sie aniinoainoris mit alia stuäii insania oorripiatur, Posten eonvaleseens sanus et iininnnis vivat.Oumgue ista kebris kere novos et iinpsritos invaäat, peritos äoetosgne kugiat, ignoselturaäolssesntiöus, aetato proksetis ininus ignosoitur. — Hon iniruin pbilosopliiae reeen-tissinros progressus et inersinenta ignorari ab boniinibus bataris, güi czuiäsin äoeti ele-gantes et eoräati babsri vellent.^